avocado

Avocados: cremig, nussig, gut


Vor einigen Jahren wusste man in Deutschland mit der Avocado noch nicht so sehr viel anzufangen. Mittlerweile wird sie immer beliebter. Ihr Fettgehalt lässt niemanden mehr in Panik verfallen, weiß man doch inzwischen, dass ihre ungesättigten Fettsäuren dem Körper wohlgesonnen sind. Für Vegetarier ist sie ein gleichwertiger Fleisch- und Käseersatz. Anderes Obst oder auch Gemüse wertet sie auf, indem sie deren fettlöslichen Vitaminen - allen voran dem Carotin - das notwendige Fett liefert. Und: Sie ist eine gesunde Alternative zu Butter, Sahne & Co!


Am einfachsten genießt man das Fruchtfleisch direkt aus der Schale: Die Frucht halbieren, den Kern entfernen, das Fruchtfleisch eventuell mit ein paar Spritzern Zitrone verfeinern und/oder mit Pfeffer und Salz würzen und auslöffeln. Doch sie verträgt auch ausgefallene Experimente.

Vorab einige Hinweise

Da das Avocadofleisch sich an der Luft schnell bräunlich verfärbt, sollte man es immer mit etwas Zitronen- oder Limettensaft beträufeln, bevor man es weiterverarbeitet! Säure passt übrigens sehr gut zu ihrem milden Geschmack. Gewürze wie Pfeffer, Paprika und Curry oder frische Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch und Dill harmonieren mit ihrem nussigen Aroma. Aber auch Schärfe bekommt ihr ausgezeichnet. Grundsätzlich ist die Avocado nicht wählerisch, wenn es darum geht, mit welchen Lebensmittelarten sie eine Partnerschaft eingeht. Sie verträgt sich sowohl mit Obst, Gemüse und Getreide als auch mit Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Ölen und Fetten, Nüssen, Pilzen... Ob salzig oder süß, sauer oder scharf - alles ist ihr recht.

Die Avocado selbst besitzt auch Bitterstoffe, die allerdings erst bei Hitze aktiv werden. Man sollte sie also tunlichst nicht kochen. Erwärmen verträgt sie aber schon.

Noch ein wichtiger Hinweis: Avocado enthält in allen Pflanzenteilen das Toxin Persin. Für Menschen ist es völlig ungefährlich, bei Haustieren ruft es jedoch Vergiftungserscheinungen hervor. Für Hund, Katze, Pferd, Wellensittich, Hamster und andere tierische Haus- und Hofgenossen sind Avocados tabu!

Avocado als Dip, Creme oder Brotaufstrich

Aufgrund ihrer cremigen Konsistenz ist die Avocado wie geschaffen für köstliche Dips - zum Beispiel zu knackigem Gemüse oder Gegrilltem - und (vegetarische) Brotaufstriche. Reife Früchte lassen sich problemlos mit einer Gabel zu Mus zerdrücken und mit süßen, sauren, scharfen oder salzigen Zutaten vermischen.

Ob klassisch als Guacamole - mit Tomaten, Zwiebel, Limettensaft und Olivenöl - oder mit Kokosflocken und Erdbeeren, Cornichons und Sardellen, Knoblauch, Oliven und feuriger Chilischote - der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Ebenfalls sehr pikant: Avocadocreme mit frisch gepresstem Orangensaft und grünem Pfeffer zu zartem Spargel.

Ein einfaches, aber "sündhaft" leckeres Rezept:

Das reife Fruchtfleisch einer Avocado mit dem Saft einer halben Zitrone pürieren, 100 g Frischkäse und Thunfisch (aus der Dose, in eigenem Saft) zerbröseln und unterrühren. Eine fein gehackte Schalotte und ein paar eingelegte Kapern hinzufügen - oder eine fein gewürfelte Chilischote. Mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und einem Schuss Olivenöl abschmecken.

Avocados als Basis für Soße

Soßen werden mit Avocados äußerst delikat - und vollwertig. Warum nicht mal Avocado statt Schmand für die berühmte Frankfurter Grüne Soße verwenden, die Goethe so sehr liebte? Passt zu Kartoffeln, Eiern, Fisch und gekochtem Rindfleisch. Oder die Meerrettichsoße zum Tafelspitz mit Avocado statt mit Sahne zubereiten? Oder eine Avocadosoße mit frisch geriebenem Ingwer und Korianderblättchen zu einem Hähnchenbrustfilet mit Curry-Bananen-Reis?

Die Avocado ist nicht nur äußerst vielseitig - ihre Inhaltsstoffe machen sie auch zu einer außergewöhnlich gesunden Frucht.