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Bonbons - die Geschichte der süßen Nascherei


Ob als Leckerei für zwischendurch oder als Hustenbonbon - wo liegen eigentlich die Ursprünge der beliebten Süßigkeit?


Nicht nur Kinder sind angetan von schmackhaften Bonbons, auch viele Erwachsene sind der gezuckerten Schleckerei verfallen. Aber kaum einer weiß, woher die süßen Pastillen eigentlich kommen.

Bonbons - süßes Naschwerk mit weit zurückreichender Geschichte

Schon seit vielen Jahrhunderten existieren die beliebten Lutschobjekte: Bereits 700 nach Christus wurde die mutmaßlich erste Bonbonmasse hergestellt. Dies geschah einst im alten Persien, wo aus Fruchtsäften und Zucker die erste Rohmasse fabriziert wurde. Dieses "Urbonbon" wurde damals als Fanid Chsai benannt. Von da an eroberte die Süßigkeit die arabischen Fürstenhäuser und breitete sich bald über die ganze Welt aus.

Möglich gemacht hat die Erfindung des Bonbons erst die ein Jahrhundert zuvor ausgetüftelte Methode zur Gewinnung des Zuckers aus dem Zuckerrohrsaft. Zucker galt damals als großer Luxus, war sehr teuer und wurde nur in den erlesensten Adelshäusern verwendet. Nach Europa kam das Bonbon erst einige Zeit später. Es wurde von arabischen Händlern in die westliche Welt gebracht und fand einen rasanten Einzug in die europäischen Apotheken. Die Arzneikundigen stellten schnell fest, dass die Beimengung des kostbaren Handelsguts Zucker zu ihren meist bitter schmeckenden Kräutermischungen große Vorteile mit sich brachte. Die ersten Kräuterbonbons entstanden, die äußerst kostspielig waren, aber große Beliebtheit bei der besser betuchten Bürgerschaft fand.

Die Herkunft der Bezeichnung "Bonbon"

Nicht nur die Apotheker waren größten Lobes über die Entdeckung der süßen Speise, vor allem die gehobene Gesellschaft und die Herrschenden kamen schnell auf den Geschmack. Darunter auch Frankreichs König Heinrich IV., der der Überlieferung nach namensgebend für das Wort "Bonbon" gewesen sein soll. Anlässlich seiner Hochzeit am 17. August 1572 mit Margarete von Valois, tischte er unter anderem auch viele der neuartigen Zuckerwaren auf, die vor allem bei den Kindern des Königshofes Begeisterungsstürme auslösten. Die kleinen Hochzeitsgäste seien mit den Rufen "Bon! Bon!" durch den Saal gerannt (bon zu deutsch: gut), woraus der Begriff Bonbon entstanden sein soll.

Franz Stollwerck - der Kölner "Kamellennapoleon"

Die Industrialisierung trug dazu bei, dass Zucker auf der ganzen Welt zu einem erschwinglichen Handelsgut wurde. Das "Weiße Gold" war nun für alle zugänglich und kam in unzähligen Neukreationen zum Einsatz. Auch der Kölner Bäcker und Konditor Franz Stollwerck erkannte das Potenzial, das in den vielfältigen Produktvarianten steckte. Er begründete mit seiner "Conditorei und Bonbonfabrik" die erste industrielle Produktion der beliebten Süßwaren. Im Jahr 1841 kam das erste "Stollwerck´sche Brustbonbon" in den Verkauf, welches bald zu einem Kassenschlager wurde. Der Kölner expandierte weit über die Stadtgrenzen hinaus und bekam von der Bevölkerung aufgrund seiner Erfolge den Beinamen "Kölner Kamellennapoleon". 1864 waren die Stollwerck´schen Bonbons zu solch einer Popularität gelangt, dass sie in rund 900 Verkaufsstellen in Deutschland und Europa erhältlich waren.