holzkohle

Holzkohle - kein Tropenholz auf dem Grill


Bei der Auswahl von Grillkohle kann der Mensch zum Klimaschutz beitragen. Heimisches Buchenholz garantiert hohes Grillvergnügen mit gutem Gewissen.


Die Vereinigten Nationen erklärten 2011 zum Internationalen Jahr der Wälder. Hierdurch soll das nachhaltige Wirtschaften für eine enkeltaugliche Zukunft in den Blickpunkt des Interesses gestellt werden. Es geht weltweit um den Erhalt der grünen Lunge und einen verantwortlichen Umgang mit dem Waldrohstoff Nummer Eins: dem Holz.

Im Winter wie im Sommer wird Holz verbrannt, um für Wärme zu sorgen. Während in der kalten Jahreszeit die Raumtemperatur auf ein menschenverträgliches Niveau gebracht wird, steht im Sommer der Genuss im Vordergrund. Auf dem klassischen Holzkohlen-Grill lassen verströmen tierische und pflanzliche Köstlichkeiten Wohlgerüche, die das Wasser im Munde zusammen laufen lassen.

Holzkohle-Import aus Schwellen- und Entwicklungsländern

In der Grillsaison verbrauchen die Deutschen fast 180.000 Tonnen Holzkohle, wovon nur zwei Prozent aus heimischen Wäldern stammen. Hauptlieferanten sind Paraguay und Argentinien, aber auch aus afrikanischen Ländern wie Nigeria und asiatischen Ländern wird Holzkohle importiert, mit zweifelhafter Herkunft.

In einer Untersuchung importierter Holzkohle des Fraunhofer-Institutes für Holzforschung stammten zehn von 16 Holzkohlesorten aus tropischen Regionen. Wahrscheinlich handelt es sich dabei nicht um das Edelholz von Urwaldriesen wie Teak, aber „Kleinvieh“ macht auch Mist. So wurde im WDR-Magazin Markt berichtet, dass es in Südamerika weit verbreitet sei, „starke Stahlketten zwischen zwei Bulldozer zu spannen, diese nebeneinander fahren zu lassen und dabei auf einen Schlag gleich hek­tar­weise alle Bäume und Büsche umzu­reißen und zu entwurzeln.“ Diese Art Waldwirtschaft hinterlässt frevelhafte Spuren.

Holzkohle mit dem FSC-Siegel enthält kein Tropenholz

Ein Blick auf das Etikett hilft dem am Waldschutz interessierten Verbraucher beim Holzkohlen-Kauf weiter. Er sollte nach dem so genannten FSC-Siegel oder anderen nachhaltigen Zertifikaten wie PEFC Ausschau halten. Das Forest Stewardship Council (FSC) ist ein weltweit operierende, unabhängige, gemeinnützige Nicht-Regierungs-Organisation. Das FSC-Siegel garantiert, dass für die Produkte keine Tropenwälder gerodet wurden und aus verantwortlicher Waldwirtschaft stammen. FSC-Kohle gibt es auch in Baumärkten, Supermärkten und Tankstellen.

Heimisches Buchenholz für optimales Grillvergnügen

Die Buche ist Deutschlands häufigster Laubbaum. Die Herstellung von Holzkohle aus Buchenholz hat eine Jahrtausend lange Tradition. Köhler stellten dieses Brenngut mit hohem Heizwert, guter Glutentwicklung und geringer Funkenbildung vor allem für industrielle Zwecke her – zur Gewinnung und Nutzung von Metallen. Seit vermehrter Verwendung von Steinkohle ist der Köhlerberuf als Handwerk in Deutschland nahezu ausgestorben.

Holzkohle in größerem industriellen Rahmen produziert die Firma ProFagus in Bodenfelde bei Göttingen. Wie der Name (Buche = lateinisch Fagus) schon sagt, wird hier vorwiegend aus Sägewerken stammendes Buchen-Restholz verarbeitet. In einem technisch aufwändigen Retorten-Verfahren werden jährlich bis zu 30.000 t Grill-Holzkohle und -Holzkohlebriketts aus unbehandeltes Buchenholz hergestellt. Dieses Verfahren ist umweltfreundlicher und führt zu einem höheren Kohlenstoffgehalt. Nebenprodukte wie Säuren und Teere sind nicht mehr im Produkt enthalten.

Grillbriketts enthalten oft Braunkohle

Holzkohlen-Puristen sollten aufpassen: Nicht jede Grillkohle besteht aus Holz! Oft verbirgt sich hinter dem Begriff „Grillkohle“ ein Braunkohle-haltiges Produkt. Braunkohle wird meist in Briketts gepresst angeboten. Schon der Name „Grillbriketts“ sollte hellhörig machen: Diese heißen meist so, weil sie kein Holz enthalten. Sie brennen schwerer an und während des Grillens erkennt man sie am Geruch und danach an der gelben Asche.

Ein gleichmäßiges Anglühen wird er­reicht, wenn die Stücke gleich groß sind. Sonst sind Bruchstück­chen schon ver­glüht, bevor die großen Stücke Feuer fan­gen. Grillbriketts haben hier den Vor­teil, dass sie gleichgroß aus Kohlestaub gepresst werden. Die gleichmäßige Glut wird allerdings nicht so schnell erreicht wie bei Holzkoh­le, ist aber in der Regel anhaltender. Deshalb emp­fehlen sich Bri­ketts für Speisen mit längeren Gar­zeiten. Holzkohle in gleich-großer Stücke­lung eignet sich für schnell-heiße Würstchen oder Steak-Zubereitung.

Aktionen zum Internationalen Jahr der Wälder

Für verantwortungsbewusste Wald-, Forst- und Grillfreunde hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ein Kampagnenbüro eingerichtet. Mehr als 5.000 Veranstaltungen bundesweit laden zu einer Neuentdeckung der heimischen Wälder ein. Hier findet jeder Interessierte eine Waldaktion in seiner Umgebung.