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Siegeszug des spanischen Sekts


Champagner darf er sich nicht nennen, der spanische Schaumwein, besser bekannt unter der Bezeichnung Cava. Dagegen protestierten die französischen Winzer aus der Champagne mit dem Hauptsitz Reims. So steht halt der Zusatz "metodo tradicional“ auf dem spanischen Sekt hoher Güteklasse. "Cava“ heißt eigentlich wörtlich übersetzt "Höhle“ und steht auch für "bodega“, die Kellerei.


Der Schaumwein gleichen Namens hat sich inzwischen einen guten internationalen Ruf erworben und so manchen Champagner in Deutschland vom Tisch verbannt, nicht zuletzt aufgrund des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses.

Vergleich Champagner und Cava

Jan Read, exzellenter Kenner des spanischen Weins, Autor mehrer Bücher zur spanischen Küche, Mitarbeiter des Weinmagazins "Decanter" und Gründungsmitglied des "Gran orden de caballeros del vino“ schrieb einmal zum Vergleich der großen Schaumweine: "Nach meiner Erfahrung ist Cava ein wenig milder, voller im Geschmack und fruchtiger im Bukett, während der Champagner mehr Ausdruckskraft und Finesse aufzuweisen hat.“ Nach Michaela Dane, einer großen deutschen Sommeliere, die mit ihrem Mann Michael Corty zu renommierten Winzern in der Gegend um Alicante gehört, muss der Champagner aber noch mehr das Fürchten lernen, weil nun auch einige spanische Großproduzenten dazu übergegangen sind, Chardonnay-Trauben in den Cava zu mischen. Das verleiht ihm eine etwas "aggressiv-sauerere Note“ macht ihn dem Champagner noch ähnlicher, wie sie in ihrem Buch "Michis lächelnde Weinkunde Spaniens“ schreibt. “Auf jeden Fall kosten sie nur halb so viel“, das ist die Meinung von Miguel Torres aus der großen katalanischen Wein-Dynastie. Sie werden heute bei systematischen Vergleichs-Proben oft besser beurteilt als ihre französischen Pendants.

Katalonien ist das Hauptgebiet des Cavas

Über 90 Prozent des Cavas kommen aus Katalonien und darin aus dem Anbaugebiet Penedès. Vorwiegend werden hauptsächlich die drei folgenden Weißwein-Traubensorten in der Cava-Herstellung verwendet: Xarel-lo, verantwortlich für die Alkoholstärke und die Farbe, Macabeo, der die Fruchtigkeit beibringt und Parellada für die Säure und das Bukett. Um einen guten Sekt zu beurteilen hier der Tipp von Michaela Dane: "Nur geradlinig nach oben steigende Perlenschnüre (in der Sektflöte) sind akzeptabel".

Das größte Familienunternehmen im Weinbau, bereits 1551 gegründet, ist Codorniu, ein Weltkonzern inzwischen auf dem Gebiet des Schaumweins. Danach kommt als zweitgrößtes Unternehmen Freixenet, die mit dem schwarzen Etikett. Letztere Marke trug mit ihrer unverwechselbaren sinnlichen Werbung viel zum Siegeszug des Cavas in Deutschland bei. Mittlerweile führen sogar Discounter wie Lidl und Aldi spanische Sekte in ihrem Angebot, die im jährlichen Vergleich gut abschneiden.

Typenbezeichnung auf dem Etikett. Man unterscheidet je nach Süßegrad die Arten:

- Brut de Brut
- Brut Nature
- Brut Reserva
- Brut
- seco (trocken)
- semiseco (halbtrocken)
- semidulce halbsüß)
- dulce (süß)
- Ausserdem auch die Sorten Rosado (Rosé).

In den letzten Jahren finden auch immer Cavas aus biologischem Anbau ihren Weg in die spanischen Regale.