tapas

Spanien kulinarisch: Die Tapas


Die Tapas erfreuen sich großer Beliebtheit auch außerhalb Spaniens. Für viele sind sie ein Spiegelbild der spanischen Küche.


Natürlich, es gibt sie, und zwar auch abseits der Schinkenstraße auf Mallorca: die „Bayern-Alm“ oder die „Brauhaus-Stuben“, die ausdrücklich mit deutscher Küche auf Touristenfang gehen. Sauerbraten mit Knödeln oder Schweinshaxen mit Sauerkraut bestimmen hier die Speisekarte. Und die Fast-Food-Ketten, bei denen man sich mehr oder weniger heimisch fühlt, sind ohnehin schon da. Doch wer in Spanien Essen wirklich erleben will, der sollte sich auch den landestypischen Gerichten widmen, deren Fangemeinde stetig wächst. Die spanische Küche hat im Vergleich zur italienischen den Weg nach Deutschland erst recht spät gefunden. Mit dem Beitritt zur Europäischen Union 1986 kam der Export spanischer Lebensmittel und deren Verwendung in Schwung. Paella, Tortilla oder Gazpacho haben viele Freunde in Deutschland. Manchegokäse oder Serranoschinken gibt zu deren Freude mittlerweile nicht mehr ausschließlich im Feinkostladen.

Kulinarische Botschafter Spaniens

Die ganze lukullische Vielfalt Spaniens breiten jedoch die urigen Tapas-Bars überall im Land vor ihren Gästen aus. Tapas, gerne als kulinarische Botschafter des Landes bezeichnet, gibt es in unterschiedlichsten Variationen - von Artischockenherzen mit Serranostreifen bis zu Zitronenhälften mit Kapern und Sardinen. Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte je nach Region, Gemüse, Brot, auch Obst werden für die kleinen Köstlichkeiten verwendet. Die Tapas sind nichts anderes als raffinierte Kompositionen der Spezialitäten, aus denen auch viele andere spanische Gerichte sich zusammensetzen.

Ihren Ursprung hat die Bezeichnung Tapas, was im Deutschen Deckel bedeutet, darin, dass ein Weinglas mit einer Brotscheibe zugedeckt wurde, um Insekten fernzuhalten. Irgendwann legte man dann ein Stück Käse, Wurst oder auch Oliven darauf und verfeinerte diese Variante immer weiter. Bis heute hat sich die Tapas-Zubereitung zu einer eigenen Kochkunst entwickelt. Ursprünglich soll sie aus Andalusien kommen. Dessen Küche wiederum weist vielfältige Einflüsse aus Nordafrika auf, Mandeln und Granatäpfel, Kreuzkümmel, die Mischung von Süßem und Pikantem stehen hierfür Pate. Aus Andalusien stammen auch kleine Fleischspieße namens Pinchitos, die man mit einem Dip aus Orangen und Datteln isst.

Tapas-Kultur auch in Deutschland auf dem Vormarsch

Der Phantasie bei Zubereitung und Präsentation der Minispeisen scheinen keine Grenzen gesetzt. Eine Tapas-Hochburg ist Saragossa, die Hauptstadt der autonomen Provinz Aragonien. Eine eigene Welt von Geschmäckern findet man in der 670.000 Einwohner zählenden Metropole am Ebro. Die Tapas-Leidenschaft der Bewohner Saragossas springt schnell über auf die Besucher. Entsprechend wird der jährliche Tapas-Wettbewerb der Stadt von Liebhabern der Miniküche zelebriert. Mittlerweile schwappt die Tapas-Welle quer durch Europa. Auch in Deutschland setzen Bars und Kneipen auf die Tapas-Kultur für ihre Gäste, nicht zuletzt auch wegen der sozialen Komponente. Denn beim Verzehr der Häppchen gibt es genügend Anlässe zu Unterhaltungen und Erfahrungsaustausch über die genossenen Gaumenfreuden.