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Herkunft und Herstellung: Was unterscheidet den edlen Schaumwein von Sekt und Prosecco?


Ob Silvester, Geburtstag oder Hochzeit; Gründe zum Anstoßen gibt es viele. Am liebsten tun die Meisten das mit einem prickelnden Schaumwein. Manchmal ist ein guter Sekt oder ein fruchtiger Prosecco genau das Richtige, zu ganz besonderen Anlässen darf es aber ruhig auch mal ein Gläschen Schampus sein. Der Champagner gilt unangefochten als edelster aller Schaumweine, er bleibt, was die Qualität und auch den Preis angeht, unerreicht. Aber wodurch unterscheidet sich der edle Champagner vom herkömmlichen Sekt, und was genau ist eigentlich Prosecco?


Nicht jede Traube ist auch eine Champagnertraube

Der Champagner, der König der Schaumweine, verdankt seinen Namen seinem Herkunftsgebiet, der Region Champagne in Frankreich. Dort wurde bereits seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. Wein angebaut und seit 1927 gibt es das heute noch gültige genau festgelegte Gebiet, in welchem ausschließlich Reben für die Champagnerherstellung angebaut werden. Verwendet werden dabei heutzutage vorwiegend drei Rebsorten, die roten Pinot Noir und Pinot Meunier sowie die weiße Sorte Chardonnay. Nur aus diesen Trauben in diesem Gebiet gewonnene Schaumweine dürfen den Namen Champagner tragen.

Exklusivität und Prestige bestimmen den Preis von Champagner

Der wesentliche Unterschied zum gewöhnlichen Sekt liegt also in der Herkunft des Schaumweines. Mit dem höheren Preis für Champagner bezahlt man vor allem für die Marke und das Prestige der jeweiligen Häuser, allerdings unterliegt die Champagnerherstellung auch den strengsten Vorschriften und Kontrollen aller Schaumweine, um dauerhaft qualitativ hochwertige Produkte zu garantieren und sich somit von anderen Schaumweinen abzugrenzen.

Prosecco - Schaumwein aus Italien

Prosecco ist eigentlich der Name einer Rebsorte aus Venetien, inzwischen wird sie aber auch in anderen Teilen Italiens angebaut. Aus ihr werden sowohl Wein, als auch Perlwein (Frizzante) und Schaumwein (Spumante) gewonnen. Der Prosecco Spumante ist also das italienische Gegenstück zu unserem Sekt, oder dem spanischen Cava.

Champagner wird nach streng traditionellem Verfahren hergestellt

Doch selbst Champagner ist nicht gleich Champagner. Es gibt durchaus Qualitätsunterschiede zwischen den verschiedenen Sorten, die sich nicht zuletzt auch im Preis widerspiegeln. Für die edelsten Tropfen wird beispielsweise nur der Most aus der ersten Traubenpressung, der auch Cuvée genannt wird, verwendet, während Standardqualitäten auch Most aus der zweiten und dritten Pressung, den so genannten Tailles, beigemischt werden. Aus dem Most entsteht durch Gärung zunächst ein Grundwein, welcher erst später durch die Zugabe von Rohr- oder Rübenzucker sowie Hefe ein zweites Mal direkt in der Flasche gärt und so zum Champagner wird. Dieser Vorgang wird auch als „Méthode champenoise“ bezeichnet. Das Rütteln, das Dégorgieren (die Entfernung der Hefe) und die Dosage (das Auffüllen) vollenden schließlich den aufwändigen und streng kontrollierten Produktionsvorgang. Durch die Dosage wird auch die Süße des Champagners bestimmt, die Abstufungen reichen von Ultra Brut (sehr trocken) bis Doux (süß, sehr selten).

Viele andere Schaumweine werden ebenfalls nach dieser traditionellen Methode hergestellt, allerdings dürfen alle Begriffe, die in irgendeiner Weise das Wort „champagne“ beinhalten oder daran erinnern, nur im Zusammenhang mit dem echten Champagner verwendet werden. Häufig werden andere Schaumweine aber inzwischen durch die weniger aufwändige und kostengünstigere Tankgärung gewonnen.

Die meisten Champagner kommen übrigens jahrgangslos auf den Markt; sie werden aus Grundweinen verschiedener Jahrgänge gewonnen, meistens bestehen sie zu 70% aus dem aktuellen Jahrgang und zu 30% aus Weinen früherer Jahrgänge, den so genannten Reserveweinen. Diese Zusammenstellung, auch Assemblage genannt, ermöglicht es den Herstellern, jedes Jahr einen qualitativ und geschmacklich gleichwertigen Champagner anzubieten.

Prickelnder Champagner-Genuss in jeder Größenordnung

Die verschiedenen Champagnerhäuser, von denen z.B. Moet & Chandon mit ihrer Edelmarke Dom Pérignon wohl zu den bekanntesten gehört, bieten ihre edlen Tropfen inzwischen in bis zu vierzehn verschiedenen Flaschengrößen an, für die sich eigene Bezeichnungen, meist biblische Namen, etabliert haben. Angefangen von der 0,2 l Piccolo - Flasche, über die gängigen 0,75 l Imperial- und die 1,5 l Magnumflasche bis hin zu den äußerst seltenen 27 l Primat- und 30 l Melchisedech-Flaschen.

Egal, wie edel und teuer oder preiswert und süffig ein Schaumwein auch ist, Champagner und Sekt sind Genussmittel mit einem Alkoholanteil von mindestens 10% Vol. und sollten daher nur in Maßen genossen werden. So vermeidet man nicht nur einen dicken Kopf am nächsten Tag, sondern beugt auch eventuellen Figurproblemen durch versteckte Kalorien vor. Am besten genießt man die edlen Tropfen zu Obst oder ganz stilecht zu Kaviar, dem Klassiker unter den Champagner-Häppchen.