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Weinprobe im Elsass


Die Elsässer Weine kann man am besten bei einer Weinprobe vor Ort kennenlernen. Der direkte Kontakt zum Erzeuger gibt viele interessante Eindrücke.


Man kann natürlich auch wegen der schönen Landschaft ins Elsass fahren oder auf den Spuren, zumindest den ersten Fußabdrücken, von Albert Schweitzer, (oder auch Jean Geiler, Goethe, Hansi, Tomi Ungerer oder Vauban) Kultur schnuppern. Berühmt ist das Elsass aber vor allem durch die vielfältige Weinlandschaft. Ca. 90 % der Touristen (immerhin 11 Millionen im Jahr) schätzen die Möglichkeit der informativen Weinprobe. Jedes 2. Haus entlang der 170km langen route du vin lädt zur kostenlosen Weinprobe ein.

Elsässer Weine - die großen Weissen

Kaum ein Tor ist verschlossen und man fällt quasi ganz von selbst an eine Theke.Man beginnt immer mit einem einfachen Weisswein, mit dem Ziel, sich bis zu den Vendanges Tardives (den Spätlesen) und den Sélection Grains Nobles (Trockenbeeren-Auslesen) durchzuarbeiten. Worauf man getrost verzichten kann, ist der Edelzwicker (zwicken = elsässisch für verbinden/vermischen), in Frankreich Gentil genannt. Klingt zwar besser, aber bei der Vielzahl hervorragender Weine, sollte man die Zeit nicht mit einem Verschnitt-Wein vergeuden.

Sylvaner, Pinot Blanc, Pinot Gris (auch Tokay Pinot Gris), Chasselas (Gutedel oder Fendant), Pinot Noir, Musact, Riesling, Gewürztraminer, Die Grand Crus (es gibt im Elsass insgesamt 51 Grand Cru Lagen), die Cuvée Prestige zwischendurch einen Crémant d'Alsace (Edelschaumwein) für den Kreislauf. Grand Cru sind die besonderen Lagen, die sich durch weitere Qualitätsmerkmale und besondere Böden auszeichnen. Insbesondere der Riesling erhält in diesen Lagen eine ganz besondere Struktur und Tiefe.

Was auf der Flasche steht ist auch in der Flasche

Die Elsässer Weine sind bis auf den Edelzwicker sortenrein und die Rebsorte muss immer auf der Flasche stehen. Auch wenn Cuvée Léon auf der Flasche steht. In Deutschland wird das Wort "Cuvée" oft für Rebenmischungen verwendet. Cuvée kommt vom französischen Wort Cuve, der Gärbehälter (oder vor allem beim Champagner schon mal der Most der ersten Pressung) und Léon ist der Erstgeborene des Winzers. Hier werden die Weine gerne nach den Namen der Kinder benannt, der nächsten Winzergeneration!

Kleine Winzer - große Weine

Die Winzerlandschaft im Elsass ist eine Besondere. Am Interessantesten sind die ca. 20 Prozent kleineren Familienbetriebe, die seit mehreren Generationen ihre 6 bis 10 ha bewirtschaften, ihre Weine selber abfüllen und verkaufen (vigneron recoltant, vigneron indépendant). Wenn man Glück hat, begleitet der Winzer selbst die Weinprobe, meist jedoch seine Frau oder seine Mutter, da er selbst entweder im Rebgarten oder im Keller arbeitet. Ein Winzer, der was auf sich hält, oder seine Frau oder seine Mutter, macht immer eine neue Flasche auf und verkostet erst selbst, bevor er Ihnen einen Schluck anbietet. Hier kann man es getrost wie Kochlegende Paul Bocuse halten: der bald 84-jährige Franzose, Inhaber des Restaurants "Auberge de Collonges" nahe Lyon, hat sich gegen zu viel Wein-Geschwätz ausgesprochen. Erlaubt sei allein die Frage, ob es geschmäckt habe.

170 km Weinstrasse mit fast 5000 Winzern

Bei fast 5000 Winzern, von denen 1840 über mehr als 2ha verfügen und 90 Prozent des gesamten Anbaugebietes bearbeiten, gibt es natürlich auch größere Kooperativen, die von mehreren Winzern mit Trauben beliefert werden. Auch Nebenerwerbs-Winzer, die neben ein paar Rebstöcken auch noch beispielsweise 40 Milchkühe haben oder einer Bürotätigkeit nachgehen.

Fast die Hälfte, 43% der Erzeuger, ist auch Händler. Ihr wichtigster Vertriebsweg, ist der Direktverkauf ab Cave. Gerade die kleineren Familienbetriebe können nicht jedes Jahr mehrere Weine zu einem Wettbewerb senden (die Teilnahme an Wein-Bewertungen ist für die Winzer kostenpflichtig!) oder aufwendige Vertriebsstrukturen und Marketing-Maßnahmen durchführen.