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Das Schloss Quéribus in den Hautes-Corbières in Südfrankreich


Wie ein steinerner Daumen steht das Schloss Quéribus in den französischen Pyrenäen hoch über dem kleinen Ort Cucugnan mit seiner berühmten Windmühle .

Das Schloss Quéribus liegt bei dem kleinen, malerischen Ort Cucugnan in den Hautes-Corbières, etwa auf halbem Weg zwischen Perpignan und Quillan. Majestätisch thront die Ruine des vermutlich im 11. Jahrhundert erbauten Schlosses auf einem unzugänglich wirkenden Felsenberg und blickt trutzig auf Cucugnan mit seiner berühmten Windmühle und der Sankt Julius und heilige Basilissekriche hinab.

Die Geschichte eines Schlosses - Quéribus im südfranzösischen Okzitanien gelegen


Erstmals urkundlich erwähnt wird das Schloss Quéribus im Jahr 1020. Die entsprechende Quelle ist das Testament von Bernard Taillefer, dem damaligen Grafen von Bésalù. Das Schloss hatte natürlich die Aufgabe, die Umgebung zu bewachen, was im Falle Quéribus' für den Norden von Aragon galt, was heute dem nordöstlichen Teil von Spanien entspricht. Während der Kreuzzüge gegen die Albigenser - der Name rührt von deren religiösem Zentrum Albi her, eine andere Bezeichnung für diese Glaubensrichtung ist Katharer - im 13. Jahrhundert, dient das Schloss, wie auch die Burgen Puilaurens und Peyrepertuse, als Zufluchtsort für die von der Kirche verfolgten Häretiker.

Lebendige Geschichte atmen - das Schloss Quéribus in Südfrankreich

Der sogenannte "Grau de Maury" ist ein Pass auf 432 Metern Höhe in den östlichen Corbières in Südfrankreich. In dieser wundervollen Landschaft sieht der Besucher einen grandiosen Panoramablick. Das Schloss Quéribus ist seit jeher der "Wächter" dieses Passes. Auf einer Höhe von 728 Metern gelegen, sitzt das Schloss quasi als Verlänferung auf einer schmalen Felsspitze und wirkt auf den ersten Blick völlig unzugänglich. Praktisch wie ein Vogelnest bietet die Lage des Schlosses einen Ausblick auf die Landschaften der Corbières, der Fenouillèdes und der Roussillonfläche.
Zwar heute nur noch eine Ruine - und doch findet man zahlreiche

Überreste aus vergangenen Zeiten im Schloss Quéribus

In der Architektur des Schlosses finden sich verschiedene Bauperioden wieder, denn natürlich wurde das Gebäude im Laufe der Zeit verändert und verbessert. So findet man in den verschiedenen, stufenweise aufgebauten Verteidigungsmauern vier Jahrhunderte Baugeschichte. Stichwort Verteidigung: die Tore wurden auf verschiedene Arten und Weisen vor Eindringlingen verteidigt - die es Dank der unzugänglichen Lage des Schlosses ohnehin schwer genug gehabt haben dürften, sich Schloss Queribus überhaupt zu nähern. So gibt es zahlreiche, schmale Schießscharten, die sogenannten Knüppel und Gußerker, aus denen heiße Flüssigkeiten auf Angreifer ausgegossen werden konnten. Interessanterweise dürften 15 bis 20 Mann ausgereicht haben, um das Schloss zu verteidigen. Aus dem Alltagsleben finden sich noch einige Elemente, wie etwa die Zisterne, das Hauptgebäude, zahlreiche Feuerstellen und Vorratsräume.

Besonders eindrucksvoll - der Gewölbesaal und die Dachterrasse im Schloss Queribus

Auf der Spitze des Schlosses thront der vieleckige Burgturm, in dessen Innerem man einen gotische Saal über zwei Stockwerke vorfindet - Keller und Hauptsaal. Das Gewölbe ruht auf einem eindrucksvollen, massiven Pfeiler. Die Decke des Turms ist eine Dachterrasse, die man über eine in den rohen Stein gehauene Wendeltreppe erreichen kann. Von dort bietet sich dem Besucher ein wundervolles Panorama vom Meer über die Corbières bis hin zu den Pyrenäen dar. Das Schloss Quéribus steht als steinerner Zeitzeuge und steht seit 1907 unter Denkmalschutz. In den vergangenen Jahren kümmert sich das Conseil Général de l'Aude um die Instandhaltung und Renovierung, aber auch die Erschließung der architektonischen Elemente des Schlosses.