The Black Watch

Berühmte schottische Elite-Einheit der britischen Armee

Die nicht nur früher den Kilt tragenden Soldaten des 3. Bataillons Royal Regiment of Scotland (SCOTS) stehen in der Tradition des Black Watch-Regiments.

2006 wurde im Rahmen einer umfassenden Strukturreform der britischen Armee das Royal Regiment of Scotland (SCOTS) aufgestellt. Die fünf regulären und zwei Territorial-Bataillone dieses hochmodernen Verbandes führen jedes für sich die Tradition verdienter schottischer Regimenter fort. Das 3.Bataillon der neu aufgestellten SCOTS-Truppe geht aus dem berühmten Black Watch-Regiment (Royal Highland Regiment) hervor und führt dementsprechend deren Namen und Tradition weiter.

Aufstellung der Black Watch

Die Geschichte der Einheit begann 1725. Die englische Krone, die seit 1707 mit Schottland in Realunion vereinigt war, begann damals sogenannte “Independent Companies” aus Angehörigen loyaler schottischer Clans wie die der Campbells, Grants, Frasers und Munros aufzustellen. Die “Independent Companies” sollten als eine Art lokaler Polizeitruppe die seit 1715 immer wieder aufflackernden jakobitischen Rebellionen in schottischen Hochland unter Kontrolle bekommen. 1739 wurden diese etwa 500 Mann, denen damals als einzige Schotten das Tragen von Waffen gestattet war, zum 43rd ( or Highland) Regiment of Foot zusammengefasst (seit 1751 42nd Regiment of Foot und seit 1758 “Royal” ).

Ursprung des Beinamens

Der Ursprung des Regiments-Beinamens ist umstritten. Möglicherweise stammt der Namen von der fast schwarzen Farbe des Kilt-Musters (“Gouvernment-Tartan” ) der Soldaten, die Wache (“Watch”) über das Hochland hielten. Nach anderen Erklärungsversuchen hängt der Name mit der Aufgabe der Einheit zusammen, das von den Rebellen häufig angewandte Mittel der Erpressung ( “Blackmail”) zur Beschaffung von Geld oder sonstiger Unterstützung zu unterbinden. Eine weitere Deutung sieht “Black Watch” mit dem Schimpfnamen “Blackleg” („Überläufer, Schwindler“), mit dem die London-treuen Soldaten von einigen ihrer Landsleute belegt worden sein sollen, in Zusammenhang.

Seit 1745 Auslandseinsätze

1745 wurde das “Black Watch”-Regiment zum ersten Mal außerhalb von Großbritannien in “Jenkin´s Ear War” in Flandern eingesetzt. Später wurde es in Irland und Amerika eingesetzt. Seitdem hat es in fast allen Kriegen, an denen das Vereinigte Königreich seitdem beteiligt war, mitgekämpft. Besonders zeichnete es sich in den Napoleonischen Kriegen, im Krimkrieg und den beiden Weltkriegen aus.

Seit Ende des 18. Jahrhunderts tragen Black Watch-Soldaten einen rote Puschel an ihren Mützen. 1860 erteilte Königin Victoria dem Regiment das Recht, den bisher inoffiziellen Beinamen „Black Watch“ in die amtliche Regimentsbezeichnung aufzunehmen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Black Watch-Soldaten an den Kämpfen im Korea-Krieg beteiligt, im Anti-Guerilla-Einsatz in Kenia und Malaya und vor allem in Nordirland eingesetzt. Zur Zeit (Anfang 2009) ist das Bataillon in Afghanistan im Einsatz.

Letzte britische Einheit in Hongkong

Eine “Black Watch”-Einheit war die letzte britische Truppe, die die Kronkolonie Hongkong nach deren Rückgabe an China im Februar 1997 verließ.

Kanadisches Black Watch-Regiment

Bei den kandischen Streitkräften existiert seit 1862 ein Black Watch-Regiment (Royal Highland Regiment of Canada). Auch dieser Verband gilt als Elite-Einheit mit einer langen Tradition. Im Burenkrieg kämpften beide Black Watch-Regimenter 1899 bis 1900 auf dem selben Kriegsschauplatz. Seitdem besteht zwischen beiden Einheiten eine besondere partnerschaftliche Beziehung.

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