camu camu

Camu Camu – die Frucht mit dem meisten Vitamin C


Das wasserlösliche Vitamin C ist ein wahrer Tausendsassa: Es leistet nicht nur eine wichtige Schutzfunktion gegenüber freien Radikalen, sondern ist auch für den Aufbau von Bindegewebe und Knochen, für den Hormonstoffwechsel und die Eisenaufnahme von essentieller Bedeutung. Vitamin C steckt in vielen Früchten – in einer jedoch ganz besonders.


Der Myrtenstrauch Camu Camu

Der südamerikanische Camu Camu (Myrciaria dubia) gehört zur Familie der Myrtengewächse. Der immergrüne Strauch wächst im Amazonasgebiet (vor allem Brasilien und Peru), wird drei bis sechs Meter hoch und bildet weiße Blüten aus. Nach der Blütezeit zwischen Juli und September trägt er von Dezember bis April kleine rot-orangene Früchte. Diese ähneln äußerlich Kirschen und werden von der indigenen Bevölkerung seit Jahrhunderten genutzt – unter anderem als Aphrodisiakum.

Camu Camu – hochdosiertes Vitamin C aus der Natur

Die Früchte dieses besonderen Myrtenstrauchs enthalten sehr viele sekundäre Pflanzenstoffe, Spurenelemente und Mineralstoffe wie Eisen, Phosphor und Calcium. Außerhalb der Ursprungsländer ist Camu Camu überwiegend als Nahrungsmittelergänzungsmittel in Pulverform erhältlich. Zu den Hauptimporteuren zählen Japan und die USA – in den Vereinigten Staaten wird das Urwaldgewächs wegen seiner stimmungsaufhellenden Wirkung sogar als natürliches Antidepressivum verwendet. Aber auch hierzulande blüht das Geschäft: Immerhin ist Camu Camu die Frucht mit dem meisten Vitamin C der Welt!

Was hat wie viel ? Der Vitamin C-Gehalt verschiedener Früchte

Stolze 2 Gramm pro 100 Gramm Früchte: Dieser Vitamin C-Gehalt ist unter allen bekannten Gewächsen einzigartig. Die zweitgrößte Menge enthält die Acerola-Kirsche (ca. 1,5 g auf 100 g), die beispielsweise vielen Säften zugesetzt wird, um deren Vitamin C-Gehalt zu erhöhen. Auf die beiden exotischen Spitzenreiter folgen einheimische Gewächse: Den dritten Platz nimmt die Hagebutte (ca. 1,2 g) ein, anschließend die so genannte Zitrone des Nordens – der Sanddorn (ca. 200-900 mg). Im Vergleich dazu: 100 Gramm Orange bringen ca. 40-50 Milligramm und 100 Gramm Kiwis ca. 40-80 Milligramm Vitamin C auf die Waage.

Der Tagesbedarf an Vitamin C

Angesichts solcher Höchstleistungen stellt sich die Frage, wie viel Vitamin C der Mensch eigentlich braucht. Der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zufolge liegt der Tagesbedarf eines Erwachsenen bei 100 Milligramm. Bei Rauchern sowie Stillenden darf es auch etwas mehr sein, hier werden 150 Milligramm veranschlagt. Schwangere besitzen ebenfalls einen leicht erhöhten Bedarf – 110 Milligramm. Stress, Krankheiten, der Einfluss von Umweltgiften und eine falsche Ernährung lassen den Bedarf zusätzlich in die Höhe schnellen.

Bei einer ausgewogenen Ernährung mit reichlich Pflanzenkost nimmt man allerdings in der Regel ausreichend Vitamin C zu sich. Obige Gesellschaft rät übrigens „5 am Tag“: Der tägliche Verzehr von fünf Portionen Obst und Gemüse stärkt das Immunsystem und senkt maßgeblich das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen.

Beim Einkauf sollte man ökologische Aspekte nicht außer Acht lassen: Kiwis aus Neuseeland besitzen eine miserable Öko-Bilanz, dabei gibt es die beliebten Früchte inzwischen auch aus Italien. Am besten fährt man jedoch immer noch mit regionalen und saisonalen Produkten in Bio-Qualität. Heimische Früchte haben es ohnehin in sich: Schwarze Johannis- und Erdbeeren beispielsweise sind Zitrusfrüchten vom Vitamingehalt her ebenfalls weit überlegen, und im Winter ist Grünkohl ein ausgezeichneter Vitamin C-Lieferant. Für Camu Camu gilt: Unbedingt auf biologische Qualität aus Plantagenanbau achten! Die große Nachfrage hat bereits zu massivem Raubbau an Wildpflanzen geführt.