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Hagebutten - mehr als nur Tee


Nüsse, ein Stichwort, welches im Zusammenhang mit Juckreiz sofort an gefährliche Allergien denken lässt. Doch ein Irrtum: Nicht jede Nuss ist eine Schalenfrucht und nicht jeder Juckreiz zeugt von Allergie! Betrachten wir unsere Kindheitstage, so erinnern wir uns sofort an den unwiderstehlichen Drang, anderen vermeintlich unliebsamen Mitmenschen die Samen von sorgsam auseinander genommenen Hagebutten in den Kragen zu stecken. Dennoch birgt die Hagebutte, die Frucht der Rosa canina, die auch Hundsrose, Heckenrose oder Hagerose genannt wird, auch noch anderes als juckende Streiche.


Die Hagebutte im Überblick

Im botanischen Sinn ist die Hagebutte eigentlich eine sogenannte Sammelfrucht. Die in ihr enthaltenen Samen sind genaugenommen die eigentlichen Früchte, kleine Nüsse mit winzigen Widerhaken, die jenen bekannten scheußlichen Juckreiz auf der Haut zu verursachen wissen. Die Früchte der Rose, wie sie in der Poesie sehr häufig genannt werden, wurden einst in der volkstümlichen Heilkunde angewandt, finden aber auch in der heutigen Medizin ihren Stellenwert.

Heilpflanze Heckenrose

Wir schätzen sie als probate Heilpflanze mit vielen guten Eigenschaften, die vor allem in der roten Schale der Sammelfrucht stecken: Der erfrischende Hagebuttentee, der aus der Schale aufgegossen wird, ist mehr als Vitamin-C- reich.

Auch viele andere Vitamine sind in der Hagebutte enthalten, so beispielsweise auch das Provitamin A, aus dem der menschliche Körper das für die Sehkraft wichtige Vitamin A aufbereitet. Auch B-Vitamine, Mineralstoffe wie Magnesium und Spurenelemente wie Kupfer und Zink hat diese Frucht zu bieten.

Hagerose als probates Mittel gegen Erkältungen

Durch einen besonderen Trick hebt sich die Hagebutte als optimales Erkältungsmittel besonders hervor: Sie ist hitzebeständiger als zum Beispiel die Zitrone. Dadurch verbleibt in einem Tee aus Hagebutten mehr hitzeempfindliches Vitamin C, das das Immunsystem und auch die Abwehrkräfte stärkt. Ein Grund dafür, dass Hagebutte sich auch in den meisten Erkältungstee-Mischungen wiederfindet.

Zugunsten von Niere und Blase: Hagebuttentee

Reiner Tee aus der Frucht der Hagerose wirkt leicht harntreibend, sodass der Körper bei einer Erkältung vorhandene Giftstoffe schneller und besser ausscheiden kann. Früher wurde Hagebutte deshalb auch bei Gicht und Rheuma empfohlen.

Hagebuttenpulver gegen Entzündungen und Beschwerden der Gelenke

Inzwischen konnte zudem herausgefunden werden, dass Hagebutten bei Gelenkserkrankungen sehr hilfreich sind: Die getrocknete und pulverisierte Frucht mitsamt den Nüsschen lindert Arthrose, Arthritis und anderweitige entzündliche Beschwerden.

Statt Reformhaus: Die Ernte und Verwertung

Die Schalen sind im Reformhaus erhältlich, die ganzen Früchte sind am besten selbst zu sammeln oder zu ernten. Obschon es unterschiedliche Hagebutten gibt, beziehungsweise sie an unterschiedlichen Wildrosen wachsen, entsprechen die Inhaltsstoffe einander, sodass keine Verwechslungsgefahr zu bedenken ist.

Am bekanntesten ist die sogenannte Kartoffelrose mit einer plattrunden Frucht von der Größe einer Kirsche. Sie wird ebenfalls Hundsrose oder auch Apfelrose genannt. Hagebutten reifen von Juli bis Oktober. Sie sind reif, wenn sie sich leicht und ohne Zug vom Stängel lösen lassen und schon ein wenig weich sind.

Zum Pflücken sollten daher die ersten kalten oder kälteren Nächte abgewartet werden, denn die niedrigen Temperaturen lassen nicht nur die Früchte süßer werden, sondern auch das Fruchtfleisch wird so ein wenig mürbe und die Hagebutten sind leichter zu ernten.

Die roten Schalen können an der Luft getrocknet werden, indem man sie ausbreitet und auf ein grobes und weites Sieb legt oder auch im Ofen bei leichter Hitze von maximal vierzig Grad Celsius. So sind sie später direkt als Tee zu genießen. Ebenfalls möglich ist es, die Hagebutten kurz in etwas Wasser aufzukochen und sie durch ein Sieb zu streichen, um das wertvolle Mus zu erhalten. In diesem Fall allerdings müssten die widerborstigen Nüsschen zuvor entfernt werden, da juckendes Mus nicht wirklich zu empfehlen ist. Zum Pulverisieren ist dieses Sezieren allerdings nicht vonnöten und eine Messerspitze des Hagebuttenpulvers täglich hilft den Gelenken.