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Warum der Körper Eisen braucht


Im menschlichen Körper sind etwa drei bis fünf Gramm Eisen aktiv. Es ist damit das Spurenelement, das mengenmäßig am häufigsten vorkommt. Der größte Teil davon wird zum Bau von Hämoglobin benötigt. Das ist der Blutfarbstoff der roten Blutkörperchen. Hämoglobin nimmt dem Sauerstoff aus der Lunge und transportiert ihn in die Organe. Dort nimmt er das Kohlendioxid auf und bringt es zurück in die Lunge. Wenn der Körper nicht genug Eisen hat, kann er nicht genug Hämoglobin bilden. So entsteht mit der Zeit eine therapiebedürftige Eisenmangelanämie, auch Blutarmut genannt. Bei einer Blutarmut ist die Sauerstoffversorgung der Organe beeinträchtigt.


Eisen – der tägliche Bedarf

Schon Säuglinge bis 6 Monate brauchen Eisen, und zwar 0,4 mg. Bis zum zehnten Lebensjahr steigert sich der Eisenbedarf eines Kindes auf 0,6 – 0,8 mg. Jugendliche und Erwachsene sollten täglich zwischen 0,6 und 1,6 mg Eisen zu sich nehmen. Durch den monatlichen Blutverlust brauchen Frauen deutlich mehr Eisen als Männer.

Eisenhaltige Lebensmittel sind vor allem Fleisch und Fleischprodukte. Auch in Gemüse steckt Eisen, es kann jedoch nicht so gut vom Körper verwertet werden wie tierisches Eisen. Um den Eisenbedarf zu decken, sollte täglich die zehnfache Menge mit der Nahrung zugeführt werden, also rund 10 mg. Durch die zusätzliche Aufnahme von Vitamin C kann die Ausnutzung von pflanzlichem Eisen gesteigert werden, daher wird empfohlen, zu Salaten Orangensaft zu trinken.

Es gibt drei verschiedene Stadien des Eisenmangels

Die leichteste Form ist der prälatente Eisenmangel. Dabei kann der Organismus noch auf geringe Mengen Eisen zurückgreifen. Allerdings sind bereits bestimmte Stoffwechselvorgänge verlangsamt, weshalb es schon zu Eisenmangelsymptomen wie beispielsweise Müdigkeit kommen kann.

Beim latenten Eisenmangel ist das gespeicherte Eisen bereits aufgebraucht. Im Blut wird nur noch wenig Eisen transportiert. Jetzt kommt es zu massiven Symptomen wie Kopfschmerzen, Leistungsabfall und steigende Nervosität. Wird jetzt nicht therapeutisch eingegriffen, entwickelt sich ein manifester Eisenmangel, bei dem nicht mehr genug Eisen zur Verfügung steht, um den roten Blutfarbstoff zu bilden. Man spricht jetzt auch von einer Eisenmangel-Anämie. Jetzt können Müdigkeit, Herzklopfen sowie Haut- und Schleimhautveränderungen auftreten.

Unkonzentriert? Es könnte ein Eisenmangel sein!

In den USA wurden in einer Studie 149 Frauen zwischen 18 und 35 Jahren in drei Gruppen nach ihrem Eisenstatus eingeteilt, nämlich „kein Eisenmangel“, „leichter Eisenmangel“ und „Blutarmut“. Die Frauen wurden mehreren standardisierten Tests unterzogen, die ihre Aufmerksamkeit, ihre Gedächtnisleistung sowie ihre Lernfähigkeit überprüfen sollten. Das Ergebnis: Die Teilnehmerinnen mit guten Eisenwerten schnitten am besten ab. Am schlechtesten waren die Testpersonen mit einer Eisenmangelanämie. Schon ein leichter Eisenmangel wirkte sich negativ auf die Testleistungen aus. Nach einer 16-wöchigen Eisentherapie war der Eisenstatus der Frauen normalisiert, die zuvor einen Mangel hatten. Sie zeigten dann die gleichen Leistungen wie die Frauen ohne Eisenmangel.

Eine Eisenmangelanämie beeinträchtigt auch die Schulleistungen

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist für die Intelligenzentwicklung gerade von Kindern im Wachstum besonders wichtig. Dabei ist auch die Eisenversorgung von besonderer Bedeutung. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Störungen im Eisenhaushalt erhebliche Auswirkungen auf die schulische Leistung haben können. Eisenmangel- Kinder sind oft unkonzentriert und müde. Besonders häufig betroffen sind Mädchen zwischen 10 und 17 Jahren. Eisenmangelkinder sind oft blass und energielos, sind aber gleichzeitig reizbar.

Leider zeigt sich ein Eisenmangel häufig erst, wenn sich bereits eine Anämie (Blutarmut) entwickelt hat. Davor ist der Mangel oft nur ein Zufallsbefund bei einer Blutuntersuchung. Dabei ist die Behandlung eines Eisenmangels einfach, sofern die verschriebenen Eisenpräparate regelmäßig eingenommen werden. Früher waren Eisenpräparate nicht besonders beliebt. Sie schlugen auf den Magen oder ließen die Patienten einen unangenehmen Blutgeschmack aufstoßen. Mittlerweile gibt es jedoch Präparate, die Eisen in vielen kleinen Kügelchen (Pellets) enthalten. Die Kapsel löst sich im Magen auf, aber die Pellets sind magensaftresistent. Sie transportieren das Eisen unbeschadet in den Zwölffingerdarm, in dem Eisen normalerweise aufgenommen wird. Von dort aus wird das Eisen freigesetzt und über die Darmwand ins Blut transportiert.