Wermut und die „Grüne Fee“

Erfahren Sie mehr über die alte Heilpflanze Wermut und ihre Verwendungsmöglichkeiten.

Haben Sie schon einmal von der „Grünen Fee“ gehört? Das alkoholische Getränk Absinth wird aufgrund seiner grünen Farbe häufig so bezeichnet. Außerdem wird ihm eine angeblich bewusstseinserweiternde Wirkung nachgesagt.

Ist der Absinthkonsum wirklich gefährlich?

Die Bitterspirituose enthält verschiedene Pflanzenextrakte aus Wermut, Anis sowie Fenchel und wurde im 18. Jahrhundert ursprünglich als Medizinaltrank im schweizerischen Val de Travers hergestellt.

Neben einem hohen Anteil an Bitterstoffen enthält Wermut bis zu 2% ätherisches Öl, worin u.a. die Komponente Thujon, ein Monoterpen-Keton, enthalten ist. Wegen dieses Inhaltsstoffes ist das einst sehr beliebte Getränk in Verruf geraten, da es im Verdacht stand, gesundheitsschädigend zu sein und abhängig zu machen. Immerhin ist Thujon in sehr hohen Dosen ein Krampfgift. Deswegen wurde der Vertrieb in vielen europäischen Ländern und in den USA im frühen 20. Jahrhundert verboten. Heute ist der Handel mit Absinth in den meisten Staaten wieder erlaubt, da neuere Untersuchungen die gefährliche Wirkung von Absinth nicht eindeutig bestätigt haben. Des Weiteren wurde ein maximal erlaubter Thujon-Gehalt in Abhängigkeit vom Alkoholgehalt rechtlich festgelegt, wodurch zuvor eine Alkoholvergiftung eintritt, bevor kritische Mengen an Thujon vom Körper aufgenommen werden. Es wird vermutet, dass die damaligen Negativschlagzeilen durch eine mindere Alkoholqualität und einen oftmals exzessiven Dauerkonsum verursacht wurden. Besonders in französischen Künstlerkreisen zu Zeiten von Vincent van Gogh, Degas und Toulouse-Lautrec war Absinth ein populäres Modegetränk.

Pflanzencharakteristika

Wermut (Artemisia absinthium) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist eine bis zu 1,5 m hohe, krautige Pflanze mit einem aromatischen Duft. Röhrenblüten bilden gelbe, 2-4 mm große, kugelige Köpfchen, wobei die Blütezeit von Juni bis Oktober dauert.

Gelegentlich können Verwechslungen mit dem sehr ähnlich aussehenden, gewöhnlichen Beifuss (Artemisia vulgaris) vorkommen. Ein Unterscheidungsmerkmal ist die beidseitige Behaarung der 2- bis 3-fach fiederteiligen Wermut-Blätter, wohingegen beim Beifuss nur die Unterseite behaart ist.

Wermut in der Pflanzenheilkunde

Wermutkraut (Absinthii herba) nimmt seit der Antike einen festen Platz in der Pflanzenheilkunde ein und wird heute aufgrund seines Bitterstoffanteils bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden mit leichten Krämpfen, Blähungen und zur Anregung des Gallenflusses eingesetzt. Für diese Anwendungsgebiete gibt es klinische Studien, die die Wirksamkeit belegen.

Man findet eine Vielzahl von Fertigpräparaten in Form von Tinkturen oder Tabletten im Handel. Daneben sind auch Teezubereitungen üblich, wobei pro Tasse ein Teelöffel fein geschnittenes Wermutkraut mit kochendem Wasser übergossen wird und anschließend ca. 10 Minuten ziehen muss. Empfehlenswert sind zwei Tassen pro Tag eine halbe Stunde vor dem Essen.

Neben der medizinischen Anwendung wird Wermutkraut auch gerne bei Reinigungs- und Schutzräucherungen zur Abwehr negativer Energien eingesetzt. Und in der Küche wird es öfters als Gewürz bei fettigen Speisen wie Gänsebraten verwendet.

Halten Sie doch einmal Ausschau nach dieser Pflanze, wenn Sie das nächste Mal in der Natur unterwegs sind.

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