wildbeeren

Wildbeeren als Heilmittel


Auch wer keinen eigenen Garten hat, kann bei Spaziergängen in der Natur Leckeres für die Küche ernten. Gerade aus wilden Früchten und Beeren lassen sich köstliche Säfte, Marmeladen, Mus, Suppen und Anderes herstellen, die so gesund sind, dass sie zu Heilzwecken eingesetzt werden können. Für bestimmte Erkrankungen sollte man auf fertige Präparate zurückgreifen.


Die Heilkraft der Eberesche

Leuchtend orange-rot sind die Beeren der Eberesche (Sorbus aucuparia), die botanisch gesehen eigentlich zu den Apfelfrüchten zählen. Auch heute wird immer noch behauptet, dass sie giftig seien. Tatsächlich ist die Eberesche, auch unter dem Namen Vogelbeere bekannt, ein wohlschmeckendes Nahrungs- und Heilmittel. Um sie verzehren zu können, müssen die Beeren unbedingt gekocht werden, da die enthaltene Parasorbinsäure Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen kann, aber nur wenn sie in größeren Mengen genossen wird. Durch Erhitzen oder Einfrieren wird sie in die unschädliche Sorbinsäure abgebaut, gleichzeitig verlieren die Beeren auch ihre Bitterkeit. Sie enthalten viel Vitamin A und C.

Die Vogelbeeren finden auch in der Naturheilkunde Verwendung: Hierbei werden sie als harntreibendes Mittel, sowie gegen Durchfall angewandt. Der Presssaft frischer Beeren wirkt auch als mildes Abführmittel. Eine leckere Medizin bei Magenverstimmungen und Appetitlosigkeit sind die zu Marmelade gekochten Früchte: Mehrmals täglich darf man ½ bis 1 Teelöffel davon naschen!

Holunder zur Stärkung der Abwehrkräfte

Auch die schwarzen Holunderbeeren (Sambucus nigra) dürfen nicht roh gegessen werden, aber nach dem Erhitzen kann man sie vielseitig verwenden. Bekannt und beliebt sind sie als Saft, Suppe und Gelee. Der Saft ist ein probates Mittel gegen Erkältungen. Er enthält viel Vitamin C und eine besonders hohe Konzentration an Bioflavonoiden, die die Abwehrkräfte stärken. So haben sogar Viren keine Chance mehr, wie eine Wissenschaftlerin aus Israel beweisen konnte. Bereits an Grippe erkrankte Personen profitieren ebenfalls von der Wirkung: Ein Holunderbeeren-Extrakt (Sambucol®) verhilft bereits nach 4 Tagen zu völliger Symptomfreiheit. Außerdem sind die Beeren schweißtreibend und schleimlösend. Zur Vorbeugung ist ein Glas Saft pro Tag empfehlenswert. Vorsicht bei der Verarbeitung: Die Beeren färben extrem, die Flecken lassen sich praktisch kaum entfernen! Wenn man die Beeren mit Hilfe einer Gabel von den Dolden abzieht, bleiben die Hände sauber.

Vitamin-C-Lieferant Hagebutte

Aus den sommerlichen weißen oder hellrosa Blüten der Heckenrose (Rosa canina) werden im Herbst die roten Hagebutten. Ihre getrockneten Schalen ergeben einen fruchtigen Tee, der fünfmal so viel Vitamin C wie Zitronen enthält. Vorher müssen jedoch Kerne und Borstenhaare entfernt werden, die man als Kind so gerne als Juckpulver verwendet hat. Das Mus der Schalen ist noch gehaltvoller als ein Tee: Bereits mit einem Esslöffel Hagebuttenmus deckt man den Vitamin-C-Bedarf eines Erwachsenen. Übrigens wird das Vitamin C in den Hagebutten auch durch Kochen nicht zerstört. Außerdem enthalten Hagebutten Vitamine A, B1, B2 sowie Mineralstoffe, Flavonoide und Gerbstoffe (sekundäre Pflanzenstoffe), weiterhin Fruchtsäuren und Pektine, die eine leicht abführende Wirkung haben. Vorwiegend kann man Hagebutten bei Bronchitis, Erkältungen, chronischen Nieren- und Blasenleiden und zur Anregung der Abwehrkräfte einsetzen. Die spezielle Unterart, die Wilde Hagebutte (Rosa canina ssp. Lito) hat sich als entzündungshemmend und schmerzlindernd bei Arthrose erwiesen. Hier sollte allerdings ein standardisiertes Präparat (Litozin®) verwendet werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen.

Lindernde Wirkung des Sanddorns

Eine stachelige Angelegenheit ist die Ernte der Sanddornbeeren (Hippophaë rhamnoides). Meistens findet man die Pflanze in den Dünen am Meer, sie kann aber durchaus auch an Bachufern und im eigenen Garten gedeihen. Die orangefarbenen Beeren enthalten Vitamin C, Vitamin B12, Vitamin E, Beta-Carotin, Öl, Gerbstoffe, Gerbsäure, Beta-Sitosterol und Flavone. Sie sind damit ein wirksames Mittel gegen Erkältungskrankheiten und bei Erschöpfung. Am besten werden sie bei milder Hitze zu Saft verarbeitet und genossen. Wird der Saft zum Verfeinern bei gekochten Mahlzeiten verwendet, sollte er erst am Schluss dazu gegeben werden, um die Vitamine zu erhalten. Aus den Samen und dem Fruchtfleisch werden zwei verschiedene Öle gewonnen, die man als Gemisch bei Hautproblemen verwendet. Es ist schmerzlindernd, entzündungshemmend und lässt geschädigte Haut schneller abheilen. Auch gereizte Schleimhäute im Mund, Magen und Darm können damit beruhigt werden. Dosierung: 2 x täglich 10 Tropfen Öl einnehmen.