Gefahren chemischer Schädlingsbekämpfungsmittel im Haushalt

Tipps für die möglichst sichere Anwendung von chemischen Insektiziden und Ratschläge für biologische und gesundheitlich unbedenkliche Alternativen.

Egal, ob wir Ameisen, Motten, Fliegen oder Silberfischchen in der Wohnung haben und ob diese Schädlinge bereits einen Schaden an Lebensmitteln oder Textilien angerichtet haben – oft werden diese Insekten mit mangelnder Hygiene in Verbindung gebracht. Entsprechend panisch reagieren wir auf sie. Der Einsatz von chemischen Bioziden ist dabei jedoch oft gefährlicher als die Insekten selbst.

Wirkung von Bioziden

Chemische Schädlingsbekämpfungsmittel sind für Menschen und Tiere im Haushalt eine große Gefahr. Ihr Gefährdungspotential ist in Innenräumen noch viel höher als im Freien. Die Giftstoffe lagern sich auf Böden, in Textilien und auf Möbeln ab und verteilen sich in der Raumluft. Sie werden durch Kontakt oder Atmung vom Körper aufgenommen.

Die gebräuchlichsten chemischen Insektizide im Haushalt

Chemische Gifte gegen Motten und andere kriechende und fliegende Haushaltsschädlinge bergen eine oft unterschätzte Gefahr für Mensch und Haustier. Die meisten der im Haushalt gegen Insekten eingesetzten Gifte zählen zu den Nervengiften und lassen sich in drei große Gruppen unterteilen.

Pyrethrum und synthetische Pyrethroide: Diese werden vornehmlich über die Lunge aufgenommen und verursachen Juckreiz, Hustenreiz, Hautentzündungen und können Allergien auslösen.
Organophosphate und Carbamate können sowohl über die Haut, über die Atemluft und durch Verschlucken aufgenommen werden. Diese neurotoxischen Gifte können bei Menschen Husten, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Lähmungserscheinungen und Depressionen hervorrufen.
Wirkstoffe anderer chemischer Gruppen, von denen einige in Verdacht stehen krebserregend zu sein.

Tipps für die sichere Verwendung von Bioziden

Vor der Anwendung von Bioziden den Raum gründlich von Staub befreien, Lebensmittel und Spielzeug wegräumen.
Beim Einsatz von chemischen Insektenmitteln Handschuhe tragen und dem Raum nachher gut lüften. Die Sprühdämpfe keinesfalls einatmen und direkten Hautkontakt vermeiden.
Die Produkte sollten fern von Lebensmitteln und für Kinder und Haustiere unerreichbar gelagert werden.
Auf Vorhängen, Teppichen und Polstermöbeln sind die chemischen Stoffe noch nach Wochen nachweisbar und sollten daher nach Möglichkeit nicht direkt auf Heimtextilien gesprüht werden.
Besondere Vorsicht ist bei Köderfallen geboten, denn diese behalten ihre Wirksamkeit oft jahrelang.
Produkte aus dem EU-Ausland sind mitunter innerhalb der EU aufgrund ihrer Gefährlichkeit bereits verboten.
Reste von chemischen Insektiziden zur Problemstoffsammelstelle bringen.

Biologische und gesundheitlich wenig bedenkliche Alternativen

Gegen die meisten Schädlinge gibt es biologische Mittel, die ebenso wirkungsvoll gegen Schädlinge, aber bei richtiger Anwendung unbedenklich für Mensch und Haustier sind.

Ätherische Öle (Zeder, Zitrone, Lavendel, Geranium, Nelke) können in Form von Sprays, Pot Pourris, Duftlampen oder Duftsäckchen angewendet werden
Diatomeenerde oder Kieselgur: gegen Ameisen und alle krabbelnden oder kriechenden Insekten und ihren Larven, die sich bei Berührung mit dem Pulver verletzen und dadurch austrocknen
Niemöl (Neem): wirkt auch gegen Hausstaubmilben
Pheromone: die Botenstoffe locken männliche Motten an
Paraffin: Lösungen aus Paraffinöl gegen Läuse auf Zimmerpflanzen
Zedernholz: der Geruch von rotem Zedernholz hält Motten fern
Schmierseifenlösungen: gegen Schädlinge auf Zimmerpflanzen
Rapsöl: gegen Schädlinge auf Zimmerpflanzen

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