Schadstoffe im Staub – Feinstaub und Hausstaub vermindern

Feinstaub macht krank. Auch im Hausstaub werden immer noch längst verbotene Biozide und andere Schadstoffe nachgewiesen. Es gilt, Staub zu vermindern.

Er ist wie ein Boomerang, denn er kommt immer wieder: Staub. Dabei gibt es zwei Wege, über die er sich in die Wohnung schleicht und es sich auf Möbeln und in Zimmerecken bequem macht – Zum einen kommen Teilchen der Außenluft in die Räume, die aus Verbrennungsprozessen, Abrieb oder Emissionen der Industrie stammen. Zum anderen produzieren wir ihn selbst, durch Abrieb von Fasern, Haare, Schuppen oder Verbrennungsrückstände.

Staub kann krank machen

Staub hat nicht nur für Allergiker gesundheitliche Folgen. Diese reagieren auf die Ausscheidungen der Hausstaubmilbe. Besonders gefährlich ist sogenannter Feinstaub, mit Partikeln kleiner als 10 Mikrometer, die nicht direkt zum Boden sinken, sondern in der Luft schweben. Diese geraten über die Atemwege in die Bronchien und können Bronchitis auslösen und sogar Herz-Kreislaufprobleme verursachen. Feinstaubquellen sind beispielsweise Abgase aus dem Straßenverkehr, Haustiere, Heizungsanlagen, Zigarettenrauch, Kerzen, Bürogeräte, Kochausdünstungen oder Emissionen aus umliegender Landwirtschaft.

Doch auch der gröbere Hausstaub, der sich in Zimmerecken zeigt und mit dem Staubsauger entfernen lässt, hat es laut Umweltbundesamt in sich: Schwermetalle, Schädlingsbekämpfungsmittel, schwerflüchtig organische Verbindungen, Pilzsporen oder Pollen. Chemikalien aus Polstermöbeln, Teppichböden oder Holzschutzmitteln beispielsweise verschwinden nicht gänzlich durch gutes Lüften. Teilweise dampfen sie über lange Zeit aus, haften an Staubpartikeln und bleiben einem noch eine ganze Weile erhalten. Regelmäßiges. Putzen ist mehr als Pingeligkeit.

Welche Schadstoffe sind im Hausstaub?

Das Umweltbundesamt hat in der Kinder-Umwelt-Survey Staub aus Haushalten mit Kindern zwischen 3 und vierzehn Jahren untersucht und gleichzeitig die Belastung der Kinder durch Blut- und Urinproben gemessen. Die Ergebnisse zeigen, dass trotz des Verbotes gesundheitsschädliche Schädlingsbekämpfungsmittel wie DDT (Dichlor-Diphenyl-Trichlorethan), PCP (Pentachlorphenol) oder Lindan immer noch nachgewiesen werden konnten, auch wenn die Konzentrationen rückläufig sind. Hausstaub „vergisst“ nicht so schnell. In manchen Proben fand man unter anderem das Fungizid Hexachlorbenzol, das Isektizid Methoxychlor, das seit 1989 verboten ist, sowie das Insektenvernichtungsmittel PCSD, das seit 1988 nicht mehr hergestellt wird.

Seit 2012 fallen Biozide unter das Biozid-Produkte-Gesetz. Zu heutig eingesetzten Mitteln schreibt das Umweltbundesamt, dass bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keine gesundheitlichen Beschwerden auftreten sollten. Jedoch finden sich in unserer Raumluft Stoffe, deren Auswirkungen auf den Menschen noch nicht ausreichend untersucht sind. Weichmacher beispielsweise, wie DEHP, werden in vielen Produkten des täglichen Bedarfs eingesetzt. In Tierversuchen stellte man Beeinträchtigungen der Fortpflanzungsfähigkeit fest. Die gesundheitliche Wirkung auf Menschen ließe sich zur Zeit jedoch noch nicht beurteilen. Auch Propoxur, ein Schädlingsbekämpfungsmittel gegen Mücken, Flöhe und Zecken, das nachgewiesen werden konnte, ist auf gesundheitliche Auswirkungen noch nicht ausreichend untersucht.

Schadstoffkonzentration des Hausstaubs verringern

Das Umweltbundesamt empfiehlt, die Staubkonzentration in Wohn- und Schlafräumen gering zu halten. Staub sollte man feucht wischen, damit er nicht durch Aufwirbeln verstärkt eingeatmet wird, sondern direkt am Tuch haften bleibt. Der Staubsauger sollte mit einem Feinfilter ausgestattet sein, und beim Saugen sollte man die Fenster öffnen.

Sind Schädlinge in Haus oder Garten, sollte man nicht direkt zur chemischen Keule greifen. Fliegenfänger, Insektenschutznetze oder Pheromonfallen sind die mildere Variante. Bei hartnäckigem Befall ruft man besser den Kammerjäger, der sich mit chemischen Bekämpfungsmitteln auskennt. Auf eigene Faust sollte man vor einem Gebrauch in Innenräumen lieber absehen.

Was tun gegen Feinstaub?

Auch zur Verringerung von Feinstaub kann jeder einzelne beitragen: Öfters mal vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, Fahrzeuge mit Partikelfilter kaufen oder alte Autos nachrüsten. Man sollte Holz nur in Anlagen mit Abgasreinigung verbrennen, nur zulässige Brennstoffe verwenden, energiesparende und emissionsarme Heizungsanlagen einsetzen.

Grundsätzlich hilft alles, was Energie spart, auch die Luftbelastung mit Feinstaub herabzusetzen. Dabei helfen insbesondere der Einsatz erneuerbarer Energien wie beispielsweise Solaranlagen oder man kann zu einem Ökostromanbieter wechseln. Auch eine gute Gebäudedämmung und energiesparende Haushaltsgeräte tragen zu einer geringeren Verbrennung fossiler Energieträger bei und wirken sich somit positiv auf die Luftqualität aus.

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