dawson creek

Abenteuer und Einsamkeit auf dem Alaska Highway


Eine Reise auf dem Alaska Highway ist ein Abenteuer voller Einsamkeit. Die Strecke von Dawson Creek nach Delta Junction führt durch Wildnis und kaum besiedelte Regionen.


Etwas Besonderes ist es schon, wenn man in Dawson Creek in British Columbia vor dem Milepost 0 des Alaska Highway steht. Vom Zentrum des kleinen Ortes im Norden der kanadischen Provinz in Westkanada schlängelt sich der Alcan Highway, wie die Straße in die Wildnis auch genannt wird, durch viel Wald, hügeliges Land und vorbei an großen Flüssen und weiten Seen durch das Yukon Territorium bis hinauf nach Alaska, wo er nach 987 Kilometern in Delta Junction endet.

Technische Meisterleistung beim Bau des Alaska Highways

Von Dawson Creek aus arbeitete ein Teil des Bautrupps im Jahr 1942, als die USA sich durch die Entwicklungen während des Zweiten Weltkriegs zum Bau einer Straße durch die Wildnis im Norden Kanadas und Alaskas gezwungen sahen. Der zweite Bautrupp arbeitete von Delta Junction aus auf seine Kollegen zu. Ihre Aufgabe war es, innerhalb kürzester Zeit einen befahrbaren Highway aus dem Busch zu hacken - durch schlammigen Dauerfrostboden, dichtes Unterholz und durch unbekanntes Gelände. Nur achteinhalb Monate benötigten die beiden Bautrupps für ihre Aufgabe, bis sie sich am 20. November 1942 am Soldier's Summit am Kluane Lake trafen und die erste Straße von den unteren 48 US Bundesstaaten durch kanadisches Territorium nach Alaska führte.

Straße durch die Wildnis Alaskas

Bis 1948 diente der Highway ausschließlich militärischen Zwecken, und erst seit diesem Jahr ist der Alaska Highway für die Allgemeinheit zugänglich. Das heißt aber nicht, dass diese den Highway sofort nutzte, denn zunächst war die Straßenverbindung nach Alaska nichts anderes als ein rauer und unbefestigter Weg, den Fahrzeuge nur mit äußerster Mühe passieren konnten - kaum besser als eine der Forststraßen, die noch heute viele Waldregionen im Westen Kanadas durchziehen. Erst Anfang der 1990er Jahre wurde der Highway in seiner Gänze geteert und ermöglichte so erstmals eine einigermaßen problemlose Fahrt in den hohen Norden. Dies und der 50. Jahrestag des Alaska Highway im Jahr 1992 lockten erstmals eine größere Anzahl an Touristen an, und seitdem zählt der Highway zu den wichtigen Zufahrtswegen in die nördlichen Regionen Kanadas und Alaskas.

Alaska Highway - eine Tour durch Einsamkeit und weite Wildnis

Verlässt man Dawson Creek und lässt Fort St. John und Fort Nelson hinter sich, dann gelangt man in immer einsamere Regionen. Nur noch vereinzelt tauchen menschliche Einrichtungen entlang der Straße auf. Dafür nimmt der Verkehr immer stärker ab und die Fahrt geht durch tiefe Wälder, vorbei an Hügeln, die zwar nah erscheinen, aber zu denen kein Weg führt.

Hier bewegt man sich auch heute noch lieber auf dem Wasserweg, will man tiefer in die unbewohnten Weiten vordringen, durch die sich der Highway seinen Weg bahnt. Hin und wieder weist eine Ansammlung von Briefkästen darauf hin, dass hier vereinzelt Menschen wohnen - von denen jedoch sonst keine Spur zu sehen ist: Kein Haus, kein Dorf, kein Hinweis darauf, wo diese Menschen leben könnten. Vielleicht ist es jemand, der das Dasein als Trapper der Hektik des Großstadtlebens vorzieht?

Road Houses am Alaska Highway - Informationsbörse und Versorgungsstation

Größtenteils jedoch sind die einzigen Zeugen menschlicher Existenz in diesen Weiten die rustikalen Rasthäuser, die in unregelmäßigen und immer größeren Abständen entlang des Highways liegen. Hier kann man tanken, ein deftiges hausgemachtes Essen zu sich nehmen und mit anderen Reisenden seine Abenteuer auf dem Highway besprechen - und davon gibt es auch heute noch viele: Wo sind auf dem nächsten Streckenabschnitt die längsten Baustellen, wo erwarten den Reisenden die schlimmsten Bodenwellen, die der Dauerfrostboden alljährlich an anderer Stelle aufwirft, wo hat man den letzten Bären oder den schönsten Elch gesehen.

Orte entlang des Alaska Highway

Nur wenige größere Orte durchquert der Alaska Highway auf seinem Weg nach Norden: Hinter Fort St. John und Fort Nelson sind es mehr als 300 Meilen durch kaum bewohnte Wildnis bis Watson Lake, und danach passiert man nur einige kleine Dörfer auf dem Weg nach Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon, die der größte Ort entlang der Strecke ist. Dahinter wird die Landschaft spektakulärer mit hohen Bergen und großen Seen. Der größte davon ist der Kluane Lake im gleichnamigen Nationalpark. Auf dieser Strecke fährt man immer wieder durch kleine Ortschaften, die sich aus ehemaligen Raststationen auf dem Weg zum Yukon Gold oder aus Highway Straßenmeistereien und an Kreuzungen mit später gebauten Highways entwickelt haben: Haines Junction, Destruction Bay, Burwash Landing, bis man schließlich Beaver Creek erreicht, den Grenzort zwischen Yukon und Alaska. Von dort aus liegt nur noch Tok Junction auf dem Weg bis Delta Junction, beides Orte, an denen - wie ihr Ortsname schon sagt - andere Highways den Alaska Highway kreuzen.

Eine Reise auf dem Alaska Highway - auch heute noch ein Abenteuer

Wenn die Tour über den Alaska Highway heute auch nicht mehr so beschwerlich ist wie zu Anfang der Highway Geschichte - ein Abenteuer ist sie immer noch. Hier kann man der Hektik der modernen Welt entfliehen und sich besinnen auf das Wesentliche. Für manchen mag dies schwierig sein, eine besondere Erfahrung ist es allemal. Die einen werden vom Zauber der Wildnis in ihren Bann gezogen, andere kommen mit der Einsamkeit, und allem was sie mit sich bringt, nur schwer zurecht - aber ein unvergessliches Abenteuer ist eine Reise auf dem Alaska Highway sicher für jeden, der ihn befährt.