zlatograd

Bulgarien: Zlatograd oder die Goldene Stadt in den Rhodopen


Zlatograd, die südlichste Stadt Bulgariens, besticht nicht nur durch ihre einzigartige Lage im Rhodopen-Gebirge, sondern hat weitaus mehr zu bieten.


Mit seinen rund 9.000 Einwohnern und seiner geographischen Lage im östlichen Rhodopen-Gebirge konnte es Zlatograd bis dato noch nicht in die Liga der bulgarischen Top-Destinationen schaffen. Ballermann-Atmosphäre, wie man sie an den Stränden des Schwarzen Meeres findet, das Flair einer Balkan-Hauptstadt wie Sofia oder das multikulturelle künstlerische Ambiente Plovdivs, der zweit größten Stadt Bulgariens, wird man hier vergeblich suchen. Dafür offenbart sich dem Besucher in Zlatograd, was auf deutsch soviel wie "die goldene Stadt" bedeutet, wenn auch erst auf den zweiten Blick, eine bezaubernde Kleinstadt, eingebettet in sanfte Hügel und umrandet von den, für die Rhodopen typischen Nadel-und Buchenwäldern. Eine Jahrhunderte alte Tradition ist in den Gassen der Altstadt erhalten geblieben und wurde durch ein ethnographisches Freilichtmuseum neu belebt.

Zlatograds Altstadt als ethnographisches Freilichtmuseum

Dem, vom Zentralmassiv des Rhodopen-Gebirges kommenden Besucher eröffnet sich gleich am Anfang der Stadt von der Straße durch den Vurbitsa- Fluß getrennt, der malerische Anblick von Zlatograds Altstadt. Der Unternehmer Professor Alexander Mitushev ließ 2001 mit eigenen finanziellen und organisatorischen Mitteln die Altstadthäuser renovieren und in einigen Gebäuden traditionelle Gewerbe in Form von Show-Rooms wiederbeleben. Im Areal befindet sich auch ein unaufdringlicher Hotelkomplex, der, neben dem Haupthaus, das mit einem Swimmingpool besticht, vier Häuser in den malerischen Gassen beinhaltet. Als ein Hot-Spot der Altstadt gilt auch die Maria Himmelfahrtkirche, die als eine der ältesten Kirchen der Rhodopen gilt und in der sich wichtige Ikonen befinden. Dem Besucher, dem sich ein Museumsbesuch als zu ereignislos gestaltet, bietet sich die Möglichkeit, an einem der zahlreich angebotenen Workshops teilzunehmen und ein selbstgetöpfertes Souvenir ist an Originalität sicher nicht leicht zu überbieten.

Für den kulinarischen Genuss sorgen die für die Rhodopen typischen rustikalen Gaststätten. Das legendäre Patatnik, ein Gericht aus Kartoffeln, Zwiebeln und Minze, gilt als heimliches Nationalgericht der Rhodopen und sollte unbedingt auf dem persönlichen Speiseplan stehen.

Neustadt und Ziele in der Umgebung

Das nur wenige Minuten Fußmarsch von der Altstadt entfernte eigentliche Zentrum Zlatograds ist wenig spektakulär, entbehrt aber dennoch nicht eines gewissen Flairs. Die Zeit scheint hier in den 1990er Jahren stehen geblieben zu sein, was wohl mit der Entfernung zu den Großstädten des Landes in Zusammenhang steht. Ein kolossales Gebäude im kommunistischen Baustil prägt das Bild der Neustadt und lässt Erinnerungen an eine vergangene Ära wach werden. Von dem angrenzenden kleinen und unscheinbaren Busbahnhof fahren ungefähr halbstündlich Kleinbusse in die umliegenden Dörfer. Zahlreiche Wanderrouten, von denen einige in das nur sieben Kilometer entfernte Griechenland führen, laden dazu ein, die einzigartige Fauna und Flora der Rhodopen zu erkunden. Das Hotel des ethnographischen Areals organisiert während der Sommermonate Tages-Trips an die circa 80 Kilometer entfernte griechische Küste, an denen auch die Bewohnern Zlatograds teilnehmen. Für den Besucher bietet sich so die Möglichkeit mit der überaus liebenswerten und humorvollen Zlatograder Bevölkerung in näheren Kontakt zu treten.