john muir

John Muir in der Glacier Bay


John Muir war ein Naturfreund und Umweltschützer, der auf Reisen den Westen Amerikas erkundete. In die Glacier Bay in Alaska zog ihn sein Interesse an Gletschern.


John Muir, berühmter Naturalist, engagierter Naturschützer und Gründer des Sierra Club, berichtete als einer der Ersten über die Naturwunder Alaskas. Muir wurde 1838 in Schottland geboren und zog im Alter von 11 Jahren mit seinen Eltern nach Amerika. 1868 kam er schließlich nach Kalifornien. Als begeisterter Wanderer erforschte Muir die High Sierra Kaliforniens und beschrieb seine Erfahrungen. Für ihn war die Natur ein rauer Weg, der zu Erhabenem führte - je steiler, je lieber.

Muir und seine Ansicht zu Gletschern

Als Amateurwissenschaftler vertrat Muir die damals heftig umstrittene These, dass Gletscher einst einen Großteil der nördlichen Hälfte unseres Planeten bedeckten. Er sah sich aufgrund seiner Beobachtungen während seiner zahlreichen Wanderungen durch die Bergwelt Kaliforniens darin bestätigt, dass Gletscher und nicht Flüsse einige der spektakulärsten geologischen Besonderheiten geschaffen hatten wie etwa sein geliebtes Yosemite Tal. Dieses Interesse an Gletschern lockte Muir schließlich 1879 nach Alaska.

Muirs Reise nach Alaska im Jahr 1879

Mit vier indianischen Ruderern und dem presbyterianischen Missionar S. Hall Young brach Muir am 14. Oktober 1879 auf. Er hatte von Goldsuchern von den Gletschern am Lynn Canal gehört, und einer seiner indianischen Begleiter, Sitka Charley, war während seiner Jugend mit seinem Vater "in einer Bucht voller Eis" zur Robbenjagd hinausgefahren. Der Winter stand kurz bevor, aber Muir schrieb in seinen Travels in Alaska, dass "ich mit Stürmen vertraut bin und sie sogar mag."

Die Entdeckung der Glacier Bay

Per Zufall traf die Reisegruppe auf eine Gruppe von Robbenjägern der Hoonah, die sich nach anfänglichem Widerstand bereit erklärten, die Reisenden zu einer Bucht zu führen, die heute als Glacier Bay weltberühmt ist. Der britische Kapitän und Entdecker George Vancouver war auf seiner Fahrt entlang der Nordwestküste im Jahr 1794 daran vorbeigesegelt, hatte aber keine Bucht entdeckt, da diese damals noch völlig von Eis bedeckt war. In den hundert Jahren seit seiner Fahrt allerdings hatte sich das Eis so schnell zurückgezogen, dass Muir eine Reihe von überfluteten Schluchten vorfand, die bis in die alles beherrschende Fairweather Range reichten.

Gewaltige Gezeitengletscher erhoben sich an der Mündung vieler Buchten und kalbten gewaltige Brocken Eis ins Meer. Muir war von der Schönheit der Natur überwältigt. Er kletterte 500 Meter den Berg hinauf oberhalb ihres ersten Camps und blickte durch die sich teilenden Wolken auf "eine Einsamkeit aus Eis und Schnee und neugeborene Felsen, düster, karg, geheimnisvoll". Später untersuchte er einen Gletscher aus nächster Nähe und bewunderte die verschiedenen Blauschattierungen des Eises, die "von blassen, schimmernden, durchsichtigen Tönen in den Rissen und Löchern bis zu dem auffälligen, kalten und fast kreischenden Blau der glatten Flächen, von denen gerade Eisberge abgebrochen waren" reichten.

Muirs Berichte machen die Glacier Bay bekannt

Nach seiner Rückkehr veröffentlicht John Muir zahlreiche Artikel in der Presse von San Francisco über seine 800 Meilen lange Kanutour in Alaskas Wildnis. Damit weckt er touristisches Interesse an Alaska. Erste Kreuzfahrten in die Glacier Bay finden 1883 statt, und um 1890 waren bereits 25.000 Besucher in der nördlichen Inside Passage gewesen.

Mit insgesamt 18 Gezeitengletschern bleibt die Glacier Bay eine beliebte Touristenattraktion in Südostalaska. Neben den kalbenden Gletschern können sie hier auch die einheimische Tierwelt mit Robben, Walen und Papageientauchern gut beobachten. Seit 1925 steht die Bucht unter dem Schutz des National Park Systems und bietet heutigen Besuchern die Gelegenheit zu einer Reise zurück in die Eiszeit.