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Las Vegas: Zahlen, Daten, Mythen


Die Glitzermetropole inmitten der Wüste gilt als das Spielerparadies schlechthin - mit Jetons, spektakulären Shows und noch mehr gescheiterten Existenzen.


Jeder Spieler, der etwas auf sich hält, möchte zumindest einmal im Leben sein Glück an einem der Tische oder Automaten in Las Vegas versuchen. Hier liegen Gewinn und Elend so nahe beieinander, wie in kaum einer anderen Stadt. Menschen, die mit nur einer Münze den Jackpot knacken, geben sich die Klinke mit jenen in die Hand, deren Gehalt binnen weniger Minuten im Schlund einarmiger Banditen gelandet ist oder sich beim Black Jack kurzerhand in Luft aufgelöst hat. Die Stadt in Nevada schreibt jeden Tag neue Geschichten und liefert ständig neue Daten, Fakten und Mythen.

Über 30 Millionen Besucher pro Jahr

Dem Reiz von Las Vegas erliegen Jahr für Jahr über 30 Millionen Menschen. Sie kommen entweder wegen der Shows und des Nachtlebens oder aber sie gehen zielstrebig in eines der Casinos. Die Betreiber machen jährlich knapp neun Milliarden US-Dollar Gewinn. Davon hätten die ersten Bewohner nicht einmal zu träumen gewagt, als Las Vegas noch als kleines Wüstenkaff galt. Heute reiht sich ein Hotel an das nächste und wird der Begriff „Superlative“ im Überschwang genutzt. 135.000 Hotelzimmer stehen Urlaubern und Spielern zur Verfügung und es werden immer mehr. Dabei lassen sich die Betreiber immer wieder etwas Neues einfallen, um sich von der glitzernden Masse abzuheben. Eine Übernachtung kostet knapp 119 US-Dollar.

627 US-Dollar gehen über den Spieltisch

Während man die Übernachtungskosten durchaus verschmerzen kann, wird es in den Casinos richtig teuer – vor allem dann, wenn der Spielteufel auf der Schulter sitzt. Das gilt laut Statistik für 68 Prozent aller Besucher in Las Vegas. Im Schnitt bleiben 627 US-Dollar auf der Strecke und fließen irgendwann in neue Automaten oder noch aufwendigere Shows. Hinzu kommen die Ausgaben, wenn man über den 7,2 Kilometer langen Strip mit seinen vielen Shops und Einkaufspromenaden flaniert.

300 Menschen leben in den Kanälen

Da der Blick verständlicherweise eher auf teure Uhren und noble Markenware gerichtet ist, wird man die Schattenseiten der Stadt nur selten zu Gesicht bekommen. Alleine unterhalb von Las Vegas, in den weitverzweigten Regenwasserkanälen leben Schätzungen zufolge 300 Menschen – viele drogen- oder alkoholabhängig. Wer auffällig wird oder als Gast nach einem misslungen „Spieleabend“ zu tief ins Glas schaut und randaliert, landet schnurstracks im Clark County Detention Center. Der Knast gilt als chronisch überfüllt und spiegelt den weniger glänzenden Teil der Metropole wider. Ob Casinobesitzer das Recht nach eigener Manier auslegen und, wie aus Filmen bekannt, Betrügern die Hand mit einem Hammer zertrümmern, gehört zu den Mythen der Stadt. Ausprobieren sollte man es nicht.

1.200 Hochzeiten am Valentinstag

Deutlich erfreulicher ist der zweite Aspekt, für den Las Vegas bekannt ist: die Hochzeiten. 2005 wurden mehr als 122.000 Wedding Licenses ausgestellt. Es gibt über 50 Kapellen, in denen man sich als Elvis oder Außerirdischer das Ja-Wort geben kann. Die Heiratslizenz gibt es für 50 US-Dollar. Wichtig: Es muss der Reisepass vorgelegt werden, ohne den auch ein Aufenthalt im Land unmöglich wäre. Einen Tag sollte man dabei besser umgehen: den Valentinstag. An diesem Termin wollen über 1.000 Paare den Hafen der Ehe ansteuern. Ob sie sich danach an einen der über 1.000 Spieltische setzen oder gleich in den Honeymoon starten, ist statistisch nicht hinterlegt.