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Madeira - Wandern auf Levadas - den Wasserwegen


Ein Überblick über das besondere Klima und die außergewöhnlich reiche Pflanzenwelt von Madeira, die man gut selbst erwandern und dabei mit vollen Sinnen entdecken kann.


Wem die Winter zu lang und kalt oder die Sommer zu heiß sind, dem kann man die portugiesische Insel Madeira nur wärmstens empfehlen. Madeira entspricht am ehesten dem Wunschtraum des Europäers vom ewigen Frühling.

Die geografische Lage von Madeira

Madeira liegt im Atlantischen Ozean und trotz seiner Nähe zur marokkanischen Küste gehört es politisch zu Portugal. Mit Porto Santo und einigen unbewohnten winzigen Inseln liegt die Inselgruppe praktisch auf einem riesigen Unterwassergebirge vulkanischen Ursprungs, entstanden aus einem Hot Spot.

Madeira liegt 600 km westlich von Marokko und 900 km südlich von Lissabon. Die Insel Madeira steht dank ihres milden Klimas das ganze Jahr über in Blüte. Die Durchschnittstemperatur liegt bei etwa 21 Grad und sogar in den Wintermonaten herrscht eine Temperatur kaum unter 15 Grad. Die Hauptstadt ist Funchal. Christopher Columbus heiratete seinerzeit eine reiche Tochter aus einem Adelsgeschlecht von Moniz. Ein Museum erinnert an ihn. Der heute berühmteste Sohn ist der Fußballer Cristiano Ronaldo.

Die spektakuläre Ankunft per Flugzeug auf Madeira

Bereits die Ankunft auf Madeira mit dem Flugzeug ist nicht ohne. Ein schmales, eigens gebautes Band ist die Landungspiste, daneben geht es schroff ins endlos blaue Meer. Mit Bus oder Taxi begibt man sich nach Funchal, der Hauptstadt. Funchal liegt wie ein aus bunten Bauklötzen hingeworfener Haufen hügelwärts, dicht besiedelt. Besonders auffallend sind die auf kleinen Terrassen angelegten Gärten und Mini-Plantagen von Bananen. Die kleinen Madeira-Bananen sind eine Spezialität der Insel. Man gelangt auch mit dem Schiff nach Madeira, viele Kreuzfahrtschiffe legen ebenfalls auf Madeira an.

Der Tipp für Naturliebhaber - Wandern auf den Levadas quer durch Madeira

Eine Besonderheit dieser Insel neben dem milden Klima sind die Levadas. Levadas sind Wasserkanäle, die das kostbare Nass von der mit Regen reich gesegneten Nordseite auf ganz Madeira verteilen. Im 15. Jahrhundert wurden diese Wasserversorgungswege von afrikanischen Sklaven angelegt. Dieses System gibt es auch in Nordafrika, wo es wahrscheinlich dem Ursprung nach herstammt. Damit fängt man das Wasser nahe gelegener Quellen auf. Mit ganz geringem Gefälle führen diese Wasserkanäle praktisch rund um die ganze Insel. Mehr als 2.000 km lang verlaufen die teils gemauerten oder in Felswände geschlagenen Kanäle. Neben den Kanälen führt für die Instandhaltung durch die Levadeiros ein begehbarer Streifen. Pilger entdeckten diese an manchen Stellen kaum 30 cm breiten Wege als Wanderrouten neu.

Auf diesen Streifen kann man nun in ganz Madeira quer über die Insel wandern, an Häusern vorbei, durch dichte Eukalyptuswälder oder durch die ursprüngliche Pflanzenwelt aus Rhododendren- und Lorbeerwäldern. Manche dieser Pfade sollte man allerdings bei Schlechtwetter meiden, da sie stellenweise knapp am Abgrund vorbei führen und extrem rutschig werden. Vorsorglich sollte man außerdem immer einen Regenschutz mit sich führen.

Besondere Sehenswürdigkeiten auf Madeira: Funchal, Porto Moniz

Das Zentrum von Funchal ist als Gesamtes sehenswert, nicht nur die Festung San Tiago. Ein üppiger Rausch an Farben und Gerüchen erwartet einen in den Markthallen von Funchal. Wer einen Ausflug in die exotische Pflanzenwelt machen möchte, besucht die botanischen Gärten in Funchal, wie die Palheiro Gardens der Familie Blandy, die mit wunderbaren Kamelienalleen und einem exotischen Blumenreichtum den Besucher verzaubern. Die Kirche Igreja Nossa Senhora do Monte, wo Kaiser Karl I. seine letzte Ruhestätte im Exil fand, kann man mit der Kabelbahn von Funchal nach Monte aus erreichen.

Neben Funchal ist besonders Porto Moniz mit seinen in die Lava gehauenen Schwimmbecken enorm beeindruckend. Wer sich ein Auto mietet, darf nicht an Tunnelphobie leiden, denn Madeira ist von Tunneln durchlöchert wie ein Schweizer Käse, aber das ist allemal besser als am schroffen Abgrund der alten Straßen entlang zu fahren.

Die besondere Pflanzenwelt auf Madeira

112 Pflanzenfamilien und fast 800 Pflanzenarten haben auf Madeira ihre Heimat gefunden. Eine Pflanzenwelt aus 5 Kontinenten gedeiht auf diesem klimatisch begünstigten Eiland. Die Blumen-affinen Briten brachten aus aller Herren Länder Samen und Setzlinge auf die Insel, zu sehen etwa in „Blandys Garden“. An den Levadas begleiten einen weiße Calla, tiefblaue Agapanthuslilien und Strelitzien, wohin das Auge schaut. Man wandert entlang zartlila blühender Jacarandabäume, durch Lorbeerwälder, Baumerika und Eukalyptuswälder. Die alpin anmutenden Hochmoore, wie Paul da Serra, führen dann zu Ginsterfeldern, abgebrannten Hängen, die von üppigem Farn neu besiedelt werden, bis an den Rand zu steil abfallenden Klippen.

Sogar an der Wallfahrtskirche Nossa Senhora da Boa Morte, dem ultimativ letzten Punkt vor der langen Reise nach Südamerika, empfängt einen neben schroff abfallenden Lavafelsen noch ein allerletzter Blumengruß vom Stolz von Madeira.