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Münchhausenresidenz Leitzkau bei Gommern


Leitzkau ist ein etwas abgelegener Ort mit einer großen Vergangenheit. Er war einst ein Brückenkopf der deutschen Herrscher im Land der Slawen östlich der Elbe und zeitweise Sitz des Bischofs von Brandenburg. Der Flecken liegt auf einem Plateau des Flämings inmitten ausgedehnter landwirtschaftlicher Flächen. Auf einem Hügel erhebt sich die Schlossanlage der Freiherrn von Münchhausen mit der ehemaligen Stiftskirche Sancta Maria in Monte. Ebenfalls erhöht steht die Pfarrkirche St. Petri.


Ein Besuch lohnt, auch wenn Leitzkau ein wenig abseits der Touristenströme gelegen ist. Das Schloss, wenn auch nur noch in Teilen vorhanden, ist immer noch eine imposante Anlage der Weserrenaissance östlich der Elbe.

Schloss Leitzkau

Nach Wiederaufbauarbeiten in den 50er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts besteht die Schlossanlage heute aus der Schlosskirche, dem Neuhaus und dem Hobeckschloss. Diese Reste sind immer noch einen Besuch wert.

Im Schloss hat heute die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt ihren Sitz. Die restlichen Räume reichen immer noch für ein umfassendes Museum. Die Dauerausstellung dokumentiert die Bau- und Nutzungsgeschichte des Schlosses.

Anschrift: Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt, Am Schloss 4, D-39279 Leitzkau

Der Schlosshof und die Basilika sind ganzjährig von Montag bis Freitag von 09.00 - 16.30 Uhr zugänglich. Die Ausstellung ist während der Bürozeiten der Stiftung meist zugänglich. Führungen durch das Schloss gibt es am Sonnabend und Sonntag jeweils um 14 Uhr. Nach Voranmeldung sind auch andere Termine möglich.

Pfarrkirche St. Petri

Diese Kirche St. Petri ist von besonderer geschichtlicher Bedeutung. Es wird vermutet, dass sie die erste in Stein ausgeführte Kirche östlich der Elbe war. Sie wurde zwar in der Folgezeit massiv umgestaltet, doch der Kern stammt von 1114. Da ließ der Bischof Hartbert von Brandenburg eine seit 1107 vorhandene hölzerne Kapelle durch die steinerne Kirche St. Petri ersetzen. Leitzkau wurde an Stelle des 983 von den Slawen zerstörten Brandenburg zum provisorischen Sitz des Bistums.

Der romanische Bau ist eine dreischiffige Pfeiler-Basilika mit kreuzförmigem Grundriss. Bruchsteine aus Grauwacke wurden für die Außenmauern verwendet. Der nördliche Teil des Querhauses wurde als Turm gestaltet.

Zwischen dem Anfang des 17. und Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche erheblich umgestaltet. Die Seitenschiffe wurden abgerissen. Südlich der Westhalle entstand ein Anbau für die Emporentreppe. Die ursprünglichen romanischen Fenster wurden zugemauert. An ihrer Stelle wurden tiefer ansetzende und erheblich größere Fenster in das Langhaus gebrochen. Aus dem südlichen Querhaus wurde eine Loge für den Patron. Der östliche Teil des Chores wurde um eine Sakristei erweitert. Die ursprünglich vorhandene flache Holzdecke wurde durch ein hölzernes Tonnengewölbe ersetzt. 1740 wurden dem Turm die gewölbte Haube und die hochgezogene Laterne aufgesetzt. Die Innenausstattung der Kirche stammt weitgehend aus dieser Zeit des Umbaus. Das sechseckige Taufbecken aus Sandstein ist ein wenig älter und stammt von 1620.

Sehenswert sind bei der Kirche die Ritzgrabsteine aus dem 13. Jahrhundert. Teilweise freigelegt ist der mittelalterliche Fußboden in der PfarrKirche.

Lage und Anfahrt nach Leitzkau

Leitzkau, ein Ortsteil der Stadt Gommern, liegt rund zehn Kilometer östlich der Kernstadt Gommern im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Die Nordroute der Straße der Romanik führt durch den Ort.

Durch Leitzkau führt die Bundesstraße B 184 von Gommern in Richtung Zerbst. Die nächste Bahnstation ist im drei Kilometer entfernten Prödel an der Strecke Magdeburg - Dessau.