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Natur und Sehenswürdigkeiten in den Rhodopen, in Bulgarien


Das Gebirge bietet neben seiner Kastlandschaft und den mittelalterlichen Dörfern, ein Museum zum Thema Höhle und Fledermaus sowie eine bedeutende Sternwarte


Die Rhodopen sind ein Gebirgszug, von dem der größte Teil in Bulgarien liegt und der kleinere Teil in Griechenland. Die Gegend ist deutlich geprägt von seiner Karstlandschaft, mit seinen Höhlen und Schluchten. Trotz der zahlreichen Errichtung von Wintersportgebietes findet man vielerorts noch unberührte Natur, die mit ihrer Stille fasziniert.

Sonne im Winter lockt während der Ferien zum Wandern und Ski fahren in Bulgarien

Die Rhodopen sind bekannt für ihre klare Luft und an den rund 240 Sonnentagen pro Jahr. Mit den hier vorherrschenden langanhaltenden Wintern, bei einer gemäßigten Durchschnittstemperatur von 8, 5 Grad und einer Schneedecke bis zu 150 cm, entstanden zahlreiche Wintersportgebiete. Zu einem der sonnenreichsten Skigebiete zählt Pamporovo, dessen Berggipfel, Sneshanka, bei 1.650 Metern NN liegt. Dank der verhältnismäßig unberührten Natur blieben zahlreiche Tiere und Pflanzenarten erhalten. Aber auch kristallklare Quellen und Bäche fließen durch das Hochgebirge, so dass oft außer dem Plätschern lediglich das Läuten von Glocken der Tiere auf den Weideflächen zu hören ist.

Eine Reise zu den Dörfern der Rhodopen

Einige der Dörfer in den Rhodopen vermitteln eine Zeitreise ins vergangene Jahrhundert. Stress und Hektik sind hier Fremdwörter. Nichts desto trotz wurde in dem Dorf Shiroka Luka im Jahr 1834 in nur 38 Tagen die Kirche errichtet. Hier herrscht noch die Pflege der Traditionen

Anfang März feiern hier die jungen Männer ein Fest, das Kuker-Fest, mit dem der Winter verabschiedet und der Frühling eingeläutet wird. Mit traditionellen Masken und Kuhglocken ziehen die jungen Männer mit viel Geläut durch die Ortschaft.

Die Brücken der Römer und das Museum für Folklore

Die von rund 6.000 Einwohnern bevölkerte Stadt Tschepelare befindet sich rund 220 Kilometer südlich von Sofia. Die Region gilt als eine der ältesten Siedlungen. Archäologische Fundstücke verweisen auf die Zeit der Thraker, deren erste Bauwerke bis ins 7. Jahrtausdend vor Christus, zurückführen. Bei Ausgrabungen in der Stadt fand man Gräber, deren Grabbeigaben, wie Schmuckstücke, Speer- oder Pfeilspitzen, auf die Zeit um das 12. bis 14. Jahrhundert zurückführen.

Heute existieren hier noch drei Brücken aus der Zeit der Römer. Durch das Tal von Tschepelare führte der Weg von Plovdiv, der zweitgrößten Stadt Bulgariens, am Fuße der Rhodopen, zum Ägaischen Meer. Doch erst im Jahr 1705 siedelten sich hier erneut Bulgaren aus den umliegenden Gegenden an. Sie lebten eher bescheiden von der Viehzucht oder verdingten sich ihren Lebensunterhalt am Meer als Fischer.

Museum für Höhlenkunde in Tschepelare und das Planetariumin Roshen

Die Karstlandschaft um Tschepelare brachte ein einzigartiges Höhlenmuseum hervor. In ihm sind Dokumente und Fotos der Felsformationen und Steine aus den verschiedenen Regionen und Höhlen der Rhodopen sowie verschiedene Informationen zu seinen Bewohnern, den Fledermäusen, ausgestellt. Das einzigartige Museum ist von dienstags bis sonntags von 9 Uhr bis 12 Uhr und von 13.30 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet.

Nur 15 Kilometer südöstlich von Tschepelare befindet sich das Roshener Observatorium. Es befindet sich auf dem Berg Roshen auf 1759 Meter Höhe. Für die Standortwahl des zwei Meter großen Spiegelteleskopes von Carl Zeiss Jena wurden zahlreiche Forschungen angestellt. Hier, auf dem Rhoshen sind nachweislich die meisten wolkenlosen Tage und Nächte nachgewiesen. Das Roshen-Observatorium gehört dem Institut für Astronomie der Bulgarischen Akdademie der Wissenschaften an. Das Expertenteam führt regelmäßig Exkursionen durch und erläutert die jüngsten kosmischen Entdeckungen, die mit dem speziell ausgewähltem Standort besonders gut zu beobachten sind.

Die Mystik der Rhodopen: Das Zuhause von Orpheus und Eurydike

Die Mystik der Rhodopen mag in einer der Legenden begründet sein. Hier sei Orpheus geboren, den die Griechen als den Erfinder der Musik und des Tanzes sahen. Von seinem Gesang weinten die Felsen. Pflanzen und Tiere lauschten seinem Spiel auf der Lyra und versammelten sich um denjenigen, der für seine geliebte Eurydike in die Unterwelt stieg. Noch heute soll sich unterhalb des Orpheusfelsen bei jedem Sonnenuntergang sein Schatten zusammen mit dem seiner Geliebten in den weitläufigen Wiesen erstrecken.