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Per Auto oder Boot zu Alaskas Gletschern


Es gibt Tausende von Gletschern in Alaska, aber sie liegen so abgelegen, dass kaum ein Mensch sie bisher gesehen hat. Die folgenden Gletscher sind leicht zu erreichen.


Etwa fünf Prozent von Alaskas Landfläche ist von Eis bedeckt. Riesige Eisfelder und mehr als 100.000 Gletscher gibt es im nördlichsten Bundesstaat der USA, aber die meisten befinden sich in unzugänglichen Regionen. Es gibt allerdings einige, die sind leicht mit dem Auto oder per Boot zu erreichen und sind daher bei Fotografen besonders beliebt. Eine Reise durch Alaska sollte zumindest einen dieser Gletscher mit beinhalten, denn die Aussichten auf die gewaltigen Eismassen, die sich da von Bergspitzen ins Tal wälzen, sind überwältigend.

Alaskas Gletscher, die mit dem Auto erreichbar sind

Matanuska Gletscher

Über 27 Meilen lang schaben sich die Eismassen des Matanuska Gletschers ihren Weg durch den Grundfelsen der Chugach Mountains. Der Gletscher kann über den Glenn Highway leicht erreicht werden, und liegt etwa 2 Autostunden von Anchorage entfernt. Vom Highway aus gibt es einige gute Aussichtspunkte auf die gewaltige Eisfront und die Eismenge, die sich ins Tal des Matanuska River hinunterschiebt. Der Gletscher ist auch zu Fuß zu erreichen. Über eine kleine Holzbrücke überquert man den Fluss und gelangt zu einem Parkplatz, von dem aus man in wenigen Schritten den Gletscher erreicht.

Exit Gletscher

Der Exit Glacier befindet sich nur wenige Kilometer außerhalb von Seward. Die Zugangsstraße zweigt vom New Seward Highway ab und führt direkt an den Fuß des Gletschers. Dort bieten Ranger verschiedene Programme an, die über den Gletscher und seinen Einfluss auf die Natur informieren.

Worthington Gletscher

Folgt man dem Richardson Highway von Fairbanks nach Valdez, dann ist der Worthington Gletscher zu sehen, schon lange bevor man ihn erreicht. Eine Stichstraße führt zu einem Parkplatz und einer Aussichtsstelle mit Informationstafeln. Der Gletscher ist über einen Fußweg zu erreichen.

Mendenhall Gletscher

Wer auf dem Flughafen von Juneau landet, sieht den Mendenhall Glacier gleich, wenn er das Flughafengebäude verlässt. Er liegt einige Meilen außerhalb der Stadt. Ein Besucherzentrum informiert über Gletscher und darüber, wie sich Gletschereis bildet. Auf Fußwegen kann man sich dann selbst aufmachen, um sich die Besonderheiten des Eises aus nächster Nähe anzusehen.

Kennicott Gletscher

Die schönste Art, den Kennicott Gletscher kennen zu lernen ist eine Übernachtung in der Kennicott Glacier Lodge, die nur wenige Meter vom Eisrand des Gletschers entfernt auf dem Gelände einer alten Kupfermine liegt. Nachts kann man dem Knacken des Eises von seinem Bett aus lauschen - ein unvergessliches Erlebnis. Von der Lodge führt ein Pfad durch die alte Kupfermine direkt zum Gletscherrand. Die Lodge und der Gletscher sind über die Chitina-McCarthy Road zu erreichen - aber Vorsicht! Nicht jeder Mietwagenverleih erlaubt die Befahrung dieser Schotterstraße. Hier sollte man vorher abklären, ob die Straße mit dem geliehen Fahrzeug befahren werden darf, sonst kann dies zu erheblichen Kosten führen, sollten Schäden am Leihauto entstehen. Noch schöner ist ein Flug von Chitina über die Wrangell Mountains, der vorbeiführt an den gewaltigsten Gletschern des Wrangell-St. Elias National Parks.

Alaskas Gletscher, die per Boot zu erreichen sind

Columbia Gletscher

Die Fähre zwischen Valdez und Whittier passiert auf ihrem Weg einen der größten Gezeitengletscher Alaskas. Das Fährschiff verlangsamt die Fahrt beim Gletscher, aber mehr Zeit für Fotos und fantastische Ausblicke bleibt bei den Ausflugsfahrten, die von Valdez aus angeboten werden.

Das Harding Eisfeld

Bootsfahrten unterschiedlicher Dauer werden von Seward in der Resurrection Bay aus in den Kenai Fjords National Park angeboten, manche mit Aufenthalt auf Fox Island. Wer die längeren Touren wählt, fährt bis zum Holgate Glacier, von dessen beeindruckender Eiswand man immer wieder Eisbrocken abbrechen sieht. Auch die Fahrt zurück lockt mit Sehenswertem: Dann stoppt der Kapitän an den Chiswell Islands, wo man Papageientaucher, Alke und Steller's Seelöwen ausgezeichnet beobachten kann. Und als Bonus gibt's vielleicht den einen oder anderen Orca zu sehen.

Glacier Bay National Park

Von der Glacier Bay Lodge aus fährt im Sommer täglich das Besucherboot in die urweltlich anmutenden Buchten des Glacier National Parks. Schon John Muir war begeistert von der Macht der Natur, die diesen Fjord geschaffen hat. Am Ende des Fjords warten mehrere Gezeitengletscher: Der Grand Pacific Glacier, der Margery Glacier, der John Hopkins Glacier. Außerdem sieht man unterwegs den Lamplugh und den Reid Glacier. Auf der Hinfahrt kann man auf South Marble Island sehr gut die Stellerschen Seelöwen und zahllose Papageientaucher bei ihrem mühsam wirkenden Flug beobachten.

Sawyer Gletscher

Nicht so bekannt wie die bisher genannten Gletscherregionen, aber sicher genauso beeindruckend ist der Sawyer Glacier, den Kreuzfahrtschiffe aber auch kleine Boote von Juneau aus anlaufen. Von dort fährt man erst etwa zwei Stunden lang durch die Inside Passage nach Süden, bevor das Boot in den besonders engen Fjord einbiegt, den der Sawyer Glacier geschaffen hat. Vorbei an beeindruckender Landschaft gelangt man schließlich zum Highlight der Bootsfahrt, der beeindruckenden Gletscherfront.

Portage Gletscher

Besonders leicht zu erreichen ist der Portage Glacier. Er liegt nur etwa eine Autostunde von Anchorage entfernt am Ende des gleichnamigen Tals. Von dort muss man noch umsteigen in ein Ausflugsboot, denn der Gletscher hat sich inzwischen soweit zurückgezogen, dass er vom Besucherzentrum aus nicht mehr zu sehen ist. Aber Teile des Gletschers reichen noch immer in den Portage Lake und kalben zu bestimmten Zeiten ihre Eismassen in den See. Wenn die Temperaturen jedoch niedrig sind, bricht kaum Eis von seiner Front ab, und man ahnt nichts von der Gletschermasse, die sich in einem Seitental des Portage Lake erstreckt, bis man mit dem Boot davor liegt.

Blackstone Gletscher und Surprise Gletscher im Prince William Sound

Auch diese beiden Gletscher sind kaum bekannt. Sie können einfach erreicht werden auf einer Bootsfahrt von Whittier aus, die in die Seitenfjorde des Prince William Sound führt.

Das ist nur eine kleine Auswahl an Alaskas Gletschern, die auf einer Reise durch diese Region mit eingeplant werden können und leicht zu erreichen sind. In abgelegenen Regionen gibt es noch weitaus größere und vor allem mehr Gletscher, die aber bis heute von kaum einem Menschen gesehen wurden.