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Reiseland Kanada - seine Juwelen


Whistler - Mount Robson, Malingne Lake und Miette Hot Springs

Fjorde und Gipfel

Von Vancouver geht es über die Lions Gate Bridge hinüber nach Horseshoe Bay, wo die Nr.99 Richtung Whistler an der Ostseite des Howe Sound hinauf in die waldreichen Küstengebirge, deren Gletscher und Seen im Garibaldi Provinzpark durch ein gutes Netz von Wanderwegen erschlossen sind. Unterwegs warten viele schöne Aussichtspunkte, im Holzfällerort Squamish große Sägewerke, die besichtigt werden können als auch Spaziergänge zu den Wasserfällen Shannon und Branntwein, von denen Ersterer über einen schönen Waldweg zu erreichen ist und 335 m in die Tiefe stürzt.


Das sympathischen Whistler verfügt nicht nur über eine gelungene Architektur, sondern auch über traumhafte Skigebiete am Whistler- und Blackcomb Mountain, während im Sommer Campingplätze, Wandern, Mountainbiken, Golfen und die Gondelbahn locken, aus der auch der eine oder andere Bär ins Blickfeld rückt, wenn sie anfangs über die grünen Wiesen nach oben schwebt.

Anschließend zieht der Asphalt in nördöstlicher Richtung weiter durch das fruchtbare Pemperton-Tal, wo vor dem kleinen Salish-Indianer-Ort Mount Curie die Nairn-Fälle zu einem Bummel einladen. Der sehr angenehme Weg zieht oberhalb des Green Rivers durch schönen Wald, dessen gewaltigen Rotzedern, Küstendouglasien und Hemloktannen die Akzente setzen, und endet nach zwei Kilometern auf einem Felsplateau, wo der Fluss sich zu ärgern scheint, weil er nach einem 60 m-Sprung hart aufschlägt und schäumend davon stürmt.

Zurück am Ausgangspunkt steigt die schmale Tuffy Lake Road durch dichte Wälder zum Kamm der Coast Mountains in die Einsamkeit hinauf und dabei vorbei an den zum wandern einladenden Seen Joffre und Seton, ehe sie sich entlang des Sayoosh Creeks wieder in tiefere Gefilde schlängelt. Auffallend sind hier die zahlreichen, steil ansteigenden "Runaways", die Fahrzeugen mit geplatzten Bremsen einen Ausweg bieten, und die trockene und sonnige Region, in der im Regenschatten der Berge auch Lilooeet liegt. Dieser Ort, eine große Ouvertüre zur Geschichte der Caribo-Region, präsentiert auch heute noch an der Hauptstraße den "Meile-Null-Pfahl", der den Start der einstigen "Cariboo Wagon Road" verkündet, die 1861 300 km weit zu den Goldfeldern nach Barkerville zog und gleichzeitig auch die Meilen-Entfernungen der Roadhäuser an ihr bestimmte.Während sich von hier, entlang des Fraser Rivers über die "12" auch Lytton am "Trans-Canada", und damit Hope und Vancouver, wieder erreichen läßt, führt der Asphalt der "99" weiter über Pavilion und trifft westlich von Cache Creek, wo in der Nähe die berühmte, historische Hat Creek Ranch zu finden ist, auf die als "Cariboo Hwy." über Clinton und Williams Lake nach Prince George führende "97".

Am "93 Mile House" verläßt man diese Fernstraße, genießt entlang der "24" ein sehr schönes Seen-Gebiet und trifft in Little Fort auf die am Thompson River nach Norden führende "5", die über Tete Jaune Cache zum Mount Robson Provinzpark führt. Unterwegs, beim Städtchen Clearwater, läßt sich über eine 70 km lange Stichstraße auch das weniger bekannte Schutzgebiet "Wells Gray Provincial Park" für eine Pause einplanen, dessen Markenzeichen Wasserfälle - die bekanntesten sind die Dawson - (18 m) und Helmcken Falls (137 m) -, der 20 km lange Clearwater Lake (mit Verbindung zum Azur Lake), Abgeschiedenheit und einsame Wanderwege mit grandiosen Aussichten sind. Am Parkeingang (Visitor Center) werden auch Reitturen und Rundflüge angeboten.

Mount Robson, mit 3054 m der höchste Berg der Kanadischen Rocky Mountains

Bevor der "Yellowhead" (Nr.16) seine Gäste Richtung Prince George dirigiert oder im wildreichen Tal des Miette Rivers mit über den Yellowhead Pass (1131 m ) nimmt und von British Columbia ostwärts nach Jasper in Alberta bringt, verlangen die Rearguard Fälle und der Mount Robson Provinzpark ihr Recht. In den unweit der Straße schön gelegenen Fällen stürzt der Fraser River im Wald als letztes Hindernis für die flussaufwärts ziehenden Lachse über eine etwa zehn Meter hohe Felsstufe und verlangt den Wanderern zwischen zwei Welten, zwischen Salz- und Süßwasser, nochmals alles ab, um ihre Laichgründe nach mehr als 1000 km und vielen Gefahren unterwegs doch noch zu erreichen.

Eine sehr erholsame Unterbrechung findet der Reisende anschließend im "Mount Robson Provincial Park", dessen Herzstück, der spektakuläre und gewaltige Klotz aus Granit, auf solidem Quarzitgestein sitzt und mit ganzjährig weißer Eiskappe bedeckt über bunten Blumenwiesen aufragt und majestätisch seine ganze Schönheit präsentiert. Um den höchsten Berg der Kanadischen Rocky Mountains makellos aufs Bild zu bannen reichen an einem klarer Tag am Visitor Center, das von der Straße nur einen Katzensprung entfernt ist, bereits ein paar Minuten aus.

Der Berg und seine mehr als 2000 km² geschützte Umgebung sind ein Juwel, in deren niederen Regionen Rehe, Damwild, Elche und Schwarzbären zu Hause sind, während Grizzlies, Bergziegen, Caribous und Bergschafe die hohen Gebiete beherrschen und im "Valley of the Thousand Falls" zahlreiche Wasserfälle für die Namensgebung verantwortlich zeichnen. Die White Falls, Falls of the Pool und die Emperorfälle gelten dabei als die schönsten und mächtigsten. Das 1913 ins Leben gerufene Schutzgebiet, das nicht so bekannt ist wie der "Banff National Park" oder sein östlicher Nachbar, der "Jasper" bietet aber nicht nur schroffen Fels, sondern auch bunte alpine Wiesen, Wanderwege, Sturzbäche und Campingplätze. Durch einen traumhaften Wald schäumt nicht nur der Robson River, sondern auch ein anderer großer Fluss, der zur Lebensader von Britisch Columbia heranwachsende Fraser River, der hier als winziges Bächlein seinen 2280 km langen Weg zum Pazifik startet..

Das Felsvolumen des Mount Robson, der älter ist als der Himalaja aber jünger als die amerikanischen Appalachen, beschert dem Berg auch ein eigenes Klima, weil die von Westwinden getriebenen Wolkenmassen den Koloss nicht umgehen können. An die mächtige Südwestflanke gedrückt steigen sie in kühlere Luftschichten auf, sorgen für viel Schnee oder Regen und lassen an den westlichen Hängen eine Vegetation entstehen, wie sie eher in küstennahen Regenwäldern typisch ist. Rotzedern, die bis zur Krone astlos wie Schornsteine in den Himmel streben, gewaltige Hemlocktannen mit braunen Stämmen, dicke grüne Moose, Farne, üppiges Grün und umgestürzte Bäume lassen einen Märchenwald entstehen, dessen Boden mit feucht-frischer Duft die Nase betört und zum wandern zwingt.

Für den bequemen Touristen bieten sich die ersten, etwa fünf Kilometer des Berg Lake Trails bis zum natürlich entstandenen Kinney Lake an, für dessen "Staumauer" die Sturzbäche vom Mount Robson und seinem südlichen Nachbarn, dem Mount Resplendent (3.426 m), mit Sand und Geröll sorgten, und der mit rustikalen Bänken und Tischen auch zum picknicken einlädt. Wer den Pfad bis zum Ende, mit See und Gletscher, der sich an der Nordflanke des Berges talwärts schiebt, gehen möchte (22 km), braucht drei Tage und eine komplette Ausrüstung mit Zelt und Lebensmitteln. Kombiniert man diese Tour mit dem Moose River Trail, erhöhen sich die Kilometer auf etwa 90 und die Tage auf sieben. Weitere Gebiete sind so abgelegen, dass sich nur wenige hartgesottene "Hiker" dorthin auf den Weg machen, andere stehen unter strengstem Naturschutz.

Neben dem Berg stellt auch der nahe am Highway liegende Moose Lake ein wichtiges Ökosystem dar, denn an seinem Ostende deckt ein ausgedehntes Feuchtgebiet den Tisch nicht nur für Elche oder Zugvögel, die auf ihrer Route den Park überqueren und es als wichtigen Rastplatz nutzen.

Jasper ist weniger touristisch als das stark frequentierte Banff, aber eine hervorragende Urlaubsdestination

Der Ort am Westufer des Athabasca Rivers mit etwas mehr als 4000 Einwohnern am Ende des Icefield Park Ways ist der einzige im gleichnamigen National Park und bietet alles, was der Tourist so braucht. Hotels, Motels,Restaurants,Tankstellen, Lodges (in der herrlich am Lac Beauvert gelegenen Jasper Park Lodge tragen auch gute Pianisten zum Wohlbefinden der Gäste bei), Reit-, Wildwasser-, Mountenbik- und andere Touren, Andenkenläden (der beste ist der deutschgeführte "Our Native Land"), das Jasper Yellowhead Museum, Campingplätze, Seen und eine Gondelbahn, der Jasper Tramway,die den Weg zum 2464 m hohen Whistler erleichtert und den Wanderer in 2227 m Höhe ausgeruht in die karstige Bergwelt schickt. Die Ausflugsziele sind uneingeschränkt, und eines der schönsten liegt am Ende der 50 km langen "Maligne Lake Road", die als eine der schönsten Nebenstraßen in den Rockie Mountains gilt, vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

Maligne Lake und Spirit Island - Juwel und Kalenderfoto

Die Maligne Lake Road biegt nach 5 Kilomtern Richtung Edmonton nach Süden ab und erreicht am Ende der Straße das glitzernde, von gewaltigen, schneebedeckten Gipfeln eingefaßte Postkartenpanorama, das sich Maligne Lake nennt. Das bei Sonnenschein blau-grün strahlende Gewässer ist 24 km lang und der größte gletschergespeiste See der Rockies. Im rotgedeckten Bootshaus mit dem Schriftzug "Maligne Tours" gibt es die begehrten Karten (etw 45 $) für eine zweistündige Bootstour zur weltberühmten winzigen Insel Spirit Island, wo sich der Tourist die Füße vertreten und auch "sein" Postkartenfoto kreieren kann. Es ist eine traumhafte Fahrt, doch braucht man dazu unbedingt Sonne und blauen Himmel, um die ganze Schönheit sehen zu können. Zu Fuß geht es allerdings auch. An der Ostseite zieht der Lake Trail runde drei Kilometer entlang, während der Bald Hills Lookout Trail, der fast 500 m hoch zu einem wunderschönen Aussichtspunkt führt, noch zwei Kilometer länger ist. Als bester Aussichtspunkt gilt jedoch der "Schäffer Point", der vom Parkplatz am Ostufer des Sees auf einem Rundweg (3 km) erreicht wird.

Maligne Canyon auf dem Rückweg

Diese teils nur drei bis fünf 5 Meter breite, bis zu 50 m tiefe Kalksteinklamm, wo sich die tosenden Wasser des Maligne Rivers durch die enge Schlucht zwängen, und die gleich am Beginn der Straße passiert wird, ist durch einen etwa 4 Kilometer langen Wanderweg erkundbar, der über mehrere Brücken zieht und an oder über dem Canyon verläuft. Auf der Höhe der 4.Brücke ist erkennbar, wie das unterirdisch vom nahen Medicine Lake abgeflossene Wasser aus dem porösen Stein in der Felswand wieder austritt, während an der ersten und zweiten Brücke der 23 m hohe Wasserfall und quirlige Strudellöcher beeindrucken.

Als Zugabe die Miette Hot Springs im Fiddley Valley

Zurück auf dem Highway und etwa 60 km weiter in Richtung Edmonton biegt bei den Pocahontas Cabins die Miette Road South ab, klettert und kurvt mit herrlichen Aussichten unterwegs hinauf zu den heißen Quellen von Miette Hot Springs, dessen heißes und mineralhaltiges Wasser dort mit 54 Grad aus dem Berg tritt und, abgekühlt, in dem von Bergen umstellten Becken Momente des Genießens in freier Natur vermittelt.