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Salzwedel: Die historischen Kirchen in der Hansestadt der Altmark


Die Stadt Salzwedel ist reich an Baudenkmalen. Vier alte Kirchen stehen noch in der Stadt. Die Marienkirche in der Altstadt und die Katharinenkirche in der Neustadt sind ganz besondere Bauwerke. In beiden Kirchen wurden die Türme in eine später errichtete Vorhalle eingebaut.


Marienkirche in der Altstadt

Die Marienkirche in Salzwedel steht für norddeutsche Backsteingotik. Sie ist Salzwedels ältestes Bauwerk und wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Feldsteinbau begonnen. In den folgenden Jahrhunderten wurde sie zu einer fünfschiffigen Backsteinbasilika mit Querschiff und Vierung ausgebaut. Dieses Bauwerk wurde im 15. Jahrhundert vollendet. Seither ist der Baukörper weitgehend unverändert geblieben. Eine Besonderheit ist der achteckige und 86 Meter hohe Turm. Dieser rückte mit dem Bau des Westschiffes in das Innere der Kirche. In der Kirche steht zudem ein Schnitzaltar von 1510. Der Altar ist acht Meter breit und über sechs Meter hoch. 30 Reliefs und 22 Plastiken zieren ihn. Beachtenswert sind auch die Reste der Wandmalereien aus der Zeit um 1500, die Glasmalereien aus dem 14. und 16. Jahrhundert, die Triumphkreuzgruppe aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, die Bronzetaufe von 1520/22, der so genannte Levitensitz aus dem 14.Jahrhundert, die Kanzel von 1581 und der barocke Orgelprospekt von 1752.

Katharinenkirche in der Neustadt

Die Katharinenkirche ist die Hauptkirche der Neustadt. Die Backsteinbasilika ohne Querhaus zeigt hohe von Doppelblenden verzierte Staffelgiebel. Ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche im 14. und 15. Jahrhundert. Der Innenraum wurde im 19. Jahrhundert puristisch schlicht neu gestaltet. Das Prunkstück in der Kirche ist der "Einhornaltar". Dieser dreiflüglige Schnitzaltar von 1474 macht das Wunder der Geburt Jesu Christi anschaulich. Weiter beachtenswert sind die Reste spätgotischer Wandmalereien, ein kleines Kruzifix, die Kanzel, die Taufe, einige Gemälde und Grabmale sowie die die Glasmalereien in den mittelalterlichen Fenstern.

Lorenzkirche

Die Lorenzkirche ist eine Station an der Straße der Romanik. Sie stammt in ihren Ursprüngen aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Der Backsteinbau war zunächst eine dreischiffige Basilika. Ab 1692 wurde sie als Salzlager genutzt. Das südliche Seitenschiff und der Turm wurden entfernt. 1997 begannen Ausgrabungen an dieser Kirche. Dabei wurden Grabstätten, alte Feldsteinwege und Gebrauchsgegenstände geborgen. Der Innenraum der Kirche ist schlicht gestaltet. Die Einrichtung ging weitgehend verloren. Die Triumphkreuzgruppe aus dem 16. Jahrhundert stammt aus der 1797 abgetragenen Nicolaikirche.

Mönchskirche

Die Mönchskirche wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts als Klosterkirche der Franziskaner errichtet. Sie ist eine zweischiffige Hallenkirche, deren Baugeschichte bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurückreicht. Im 14. und 15. Jahrhundert erhielt sie ihre heutige Gestalt. Das kleine Türmchen markiert die Mitte der heutigen Stadt. Von der Ausstattung blieben das Chorgestühl, einige Grabsteine und der Cranach-Altar erhalten. Der Altar ist im Johann-Friedrich-Danneil-Museum zu sehen. Heute wird das ehemalige Gotteshaus als Forum für moderne Kunst genutzt.

Gertraudenkapelle

Die gotische Gertraudenkapelle entstand um 1460 und gehörte zu dem gleichnamigen Spital. Der Backsteinbau trägt einen Dachturm mit einem sechseckigen Glockengeschoss über dem Westgiebel.