antalya

Winterreisen nach Antalya zwischen Ägäis und Türkischer Riviera


Auch in den Wintermonaten bietet die Türkei Sonne, Meer und Kultur aus vielen Jahrtausenden. Vom Volksmarkt in Antalya bis zum edlen Schmuckstück.


Um den eisigen Temperaturen Münchens, Berlins oder Wiens zu entfliehen, bieten bereits seit den 1990er Jahren Projekte wie das Viva D`or-Programm Reisenden die Möglichkeit, im tiefen Winter Abende bei Temperaturen um 20 Grad Celsius am ägäischen Meer zu genießen. In den Wintermonaten reisen Fussballmannschaften zum Training ins sonnige Belek oder lernen Gäste aus aller Welt in der Nebensaison Land und Leute kennen. Die Türkei wartet mit wechselhaften Landschaften wie dem Taurus-Gebirge oder kilometerlangen Sandstränden, Orten aus Tausend-und-eine-Nacht, einer frisch-vielfältigen Speisekarte und ihrer uralten Teppichknüpftradition auf, ist daneben aber auch Heimat der Edelsteine.

Die Türkei - Das Land der Edelsteine

Der 13-Karat-Solitaire funkelt auf samtenem Untergrund in alle Himmelsrichtungen. „Der würde mir gefallen“, schwärmt eine Teilnehmerin der Viva D`or-Reisegruppe, die den Edelstein am weißgoldenen Ring nicht mehr aus den Augen lassen kann. „Dieser Stein ist leider nur eine Kopie, das Original ruht im Tresor“, erklärt der Leiter der Perge Juwelery. „Der Original-Diamant ist zu wertvoll, um ihn auszustellen, nebenan können unsere Gäste jedoch an anderen Originalen die Kunst des Edelsteinschleifens hautnah erleben“, verweist er auf einen weiteren funkelnden Stein: „Der erste dieser Art wurde im 18. Jahrhundert in Russland entdeckt. Wie ein Chamäleon ändert er seine Farbe – erscheint mal in Pink, Grün oder in Blau - schimmert aus unterschiedlichen Blickrichtungen in acht verschiedenen Farben. In der Türkei findet man den Zultanit in der Provinz Mula.“

„Essen wir etwas Süßes, unterhalten wir uns süß“, begrüsst die Juwelierin die Gäste im Herzen der Ausstellung und bietet neben einem Mokka die aus Zucker hergestellten Köstlichkeiten Lokum mit Früchten, Gemüsen oder Haselnüssen und saftig-süße Baklava mit Pistazien und Walnüssen an. Während des Rundgangs entlang der Vitrinen vermischen sich der Duft türkischer Köstlichkeiten mit dem Anblick exzellenter Schmuckstücke und laden zum Probieren, Schwärmen und Auswählen für Geschenke ein.

Antalya – Hafenstadt zwischen Ägäis und Türkischer Riviera

Von Perge kommend geben vorbeigleitende Tafelberge und Hänge mit Weinreben bald die Sicht auf die große Hafenstadt Antalya frei. Mit einer Fläche so groß wie Hamburg ist sie Zentrum der Region und Weltklasse-Stadt mit modernem Yacht- und Handelshafen oder der Naturattraktion des ins Meer stürzenden Wasserfalls des Düden. Die Metropole wurde als eine der besonderen Städte dieser Welt mit dem goldenen Apfel und als Weltkulturerbe der UNESCO ausgezeichnet.

An der Seidenstrasse gelegen war Antalya wichtige Handelsstadt, geriet nach der Entdeckung Amerikas jedoch in Vergessenheit. Die heutige Stadt ist als Verwaltungszentrum für Luftfahrgesellschaften wie der Lufthansa-Tochter SunExpress wieder ins Blickfeld gerückt und sie ist zudem Publikumsmagnet für Reisende aus aller Welt. Der Blick von der Terrasse aufs Meer unter den Steilfelsen ist grandios, stadteinwärts gerichtet schweift das Auge über bunt gemischte Auslagen in der Altstadt. Eine Straßenbahn von der Partnerstadt Nürnberg gespendet, kreuzt den Weg - das Atatürk-Denkmal auf dem Platz der Republik kommt in Sicht und verweist auf die jüngere Geschichte der Türkei (Mustafa Kemal,1881 in Selânik, Thessaloniki geboren). Gegründet wurde die Stadt von Atolos 1058 vor Christus, später unter dem Namen Atalya und heute als Antalya geführt.

Volksmarkt und Hamam von Antalya

Nach diesem kurzen, historischen Einblick gibt Reiseleiter Erkan Einkaufstipps für den Volksmarkt mit seinem Gewürzbasar: „Eine besondere Köstlichkeit ist die Rosenkonfitüre aus der Region Isparta, das Gewürz Sumac aus der arabischen Küche oder das ätherische Öl Kekik, das gut gegen Erkältung ist. Man kann es inhalieren oder einen Tropfen in den heißen Tee träufeln.“ Türkisches Rosenöl und Schals aus Kaschmir oder Baumwolle finden die Gäste auf dem überdachten Basar der Stadt. Dann sorgt eine Anekdote des Reiseleiters zur Verkaufstaktik für Heiterkeit: „Der Kunde auf dem Basar bekommt meist einen Chai angeboten, das gehört zum Handelsgespräch. Versteht er es jedoch nicht zu handeln, bekommt eine trockene Kehle – und auch keinen Tee.“ Findet reger Austausch beim Handeln statt, wechseln farbenfrohe Tücher oder auch der originale türkische Honig den Besitzer - Uhren von Cartier, Rolex oder Glashaus am Stand nebenan sind jedoch keine Originale. Eine Frage aus der Gruppe nach dem antiken Badehaus Antalyas beantwortet der Reiseleiter sofort: „Ja, das „Mermerli Hamam“ aus der Gründung des osmanischen Reiches ist noch in Betrieb.“ Die Waschungen finden dort noch nach altem Ritual statt. Dabei wird der Kunde mit Kernseife eingeschäumt, geschrubbt und bekommt eine Massage - wenn er möchte, auch für Kopf und Haar. In Leintüchern eingewickelt ruht er anschließend auf dem warmen Marmorstein inmitten des Badehauses. „Von der hellenistischen Stadt ist leider nichts mehr erhalten“, so der Reiseleiter, als Wahrzeichen wacht jedoch der 800 Jahre alte Turm mit historischer Stadtmauer aus seldschukischer Epoche über der Stadt, während die Reisenden im Corner Point - Yenikapi Sok im Herzen der Metropole ihren Nachmittags-Mokka geniessen.