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Kalender - Wie sie sich entwickelten und Einfluss nehmen


Der Wechsel von Tag und Nacht, die Jahreszeiten, Mondzyklen und Sternenkonstellationen am Nachthimmel haben Menschen schon immer beeinflusst und ihre Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Dafür sprechen Stätten wie Stonehenge oder die so genannten Kalenderbauten aus prähistorischer Zeit. Mit der Entwicklung der Landwirtschaft war es wichtig, den Jahresverlauf und die Jahreszeiten mit ihren jeweiligen Wetterbedingungen zu kennen oder zumindest abschätzen zu können. Zu jener Zeit war der Kalender noch eng mit religiösen Handlungen verknüpft (Erntedankfest, Wintersonnenwende, Sommersonnenwende). Die ältesten und bis heute bekannten Kalender stammen aus den frühen Hochkulturen Ägyptens und Mesopotamiens. Sie orientierten sich an den Mondphasen beziehungsweise den Lauf der Himmelskörper. Beide Kalendertypen prägen bis heute die meisten Kalendersysteme. In der heutigen Bevölkerung haben multifunktionale Terminkalender Einzug gehalten und geben die Steilvorlage dafür, wie Zeit minutiös geplant – bisweilen verplant wird. Stellt sich die Frage, ob dies der Lebensqualität zuträglich ist.


So entstand der Kalender

Das Wort "Kalender“ entstammt dem Lateinischen (Calenderium = Schuldbuch). Das Schuldbuch war ein Verzeichnis der Kalendae, der jeweils ersten auszurufenden Tage der antiken Monate. An diesen wurden Geldgeschäfte jeglicher Art getätigt. Durch das Bewusstsein und der Beobachtung zeitlich und astronomisch sich wiederholenden Ereignissen entwickelten sich frühe Kalendersysteme (astronomische Kalender). Mit dem Eintritt bestimmter Himmelsereignisse - Neumond, Tag-und-Nacht-Gleiche im Frühling und Herbst, Sonnenwenden - begann ein neuer Zyklus. Mit den Babyloniern wurde der siebentägige Wochenzyklus entwickelt und eingeführt, der bis heute den Ablauf des Alltags regelt.

Wie sich der Kalender berechnet

Die Berechnung von Kalendern setzt umfangreiche astronomische und mathematische Kenntnisse voraus. In der frühen Hochkultur Ägyptens waren solche Kenntnisse bereits vorhanden. So führten die Ägypter das 365-tägige Sonnenjahr ein und damit den ägyptischen Verwaltungskalender. Nur konnte dieser das Durchwandern der Jahreszeiten nicht verhindern, woraus sich eine Jahreszeitverschiebung ergab. Ptolemaios III. (Pharao von Ägypten) unternahm 238 nach Christus einen Versuch zur Einführung eines Schalttages. Nach seinem Tod wurde neben dem neuen Schalttageskalender wieder der alte ägyptische Verwaltungskalender benutzt.

Der julianische Kalender

Der heute übliche Kalender stammt in seiner Grundform vom römischen Kaiser Julius Cäsar. Der julianische Kalender stützt sich auf die Kalenderreform vom Ptolemaios III. Zu Ehren der Kaiser Julius Cäsar und Augustus wurden die Monate Juli und August (benannt nach beiden) auf 31 Tage verlängert. Dafür wurde der Februar auf 28 Tage verkürzt. In den alle vier Jahre auftretenden Schaltjahren folgte dem 23. Februar ein "dies caleris“ und dann erst der 24. Nur wurde damit nicht das Problem beseitigt, dass der julianische Kalender gegenüber dem Sonnenkalender um elf Minuten und vierzehn Sekunden zu lang war, was zu starken Abweichungen des Sonnenverlaufs in Bezug zum Kalender führte. Es zeigte sich etwa darin, dass Ostern im Lauf der Zeit immer mehr nach vorn rückte.

Der gregoriansiche Kalender

Dieses Problem wurde im Jahr 1582 durch eine weitere Kalenderreform behoben. Papst Gregor XIII. stattete den julianischen Kalender mit einem verbesserten Schaltsystem aus. Fortan hieß dieser Kalendertyp "gregorianischer Kalender“. Bei der Berechnung der Schalttage wurde die genaue Anzahl der Tage berücksichtigt, die die Erde braucht, um einmal um die Sonne zu wandern. So wurde alle vier Jahre ein Schalttag eingeführt (29. Februar), um die Ungenauigkeit wieder auszugleichen. Mit dieser zweiten Kalenderreform entstand aber noch kein einheitlicher Kalender für ganz Europa. Russland hielt bis 1923 am alten julianischen Kalender fest.

Multifunktionale Kalender zur minutiösen Zeitplanung

Kalender prägen nach wie vor den Alltag der Menschen. Nur sind es heute nicht mehr in erster Linie Heiligenkalender oder Bauern- und Mondkalender. Diese Kalenderformen spielen heute kaum noch eine Rolle. Es liegt mit daran, weil Zeit - diese beinhaltet ein Kalender schließlich - heute eine andere Wertstellung einnimmt als früher. So greift man heute zu digitalen Kalendern und Terminplanern, die multifunktionsfähig und entsprechend einsetzbar sind. ToDo-Einträge werden durch einen Start- und einen Schlusstermin, durch eine eingeräumte Priorität und durch einen aktuellen Bearbeitungsstatus verwaltet und gekennzeichnet. Eine Alarmfunktion erinnert an bevorstehende Ereignisse, Termine oder fällige Aufgaben. Mit integrierter Kontaktverwaltung sind auch alle wichtigen Adressen und Telefonnummern stets im Blick. Bei soviel an verwalteten Stunden und Tagen und minutiöser Zeitplanung stellt sich, wie eingang schon angeführt, die Frage, ob da nicht die Zeit selbst auf der Strecke bleibt und Lebensqualität eingebüßt wird.